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trends

nicht überall, wo trend draufsteht, ist auch tatsächlich trend drin. trends sind scheue wesen, schwer zu (er-)fassen und noch schwieriger zu zähmen. deshalb versucht eine ganze branche, vom jugendlichen modescout bis zum wissenschaftlichen experten, auftreten und entwicklung von trends – oder noch besser von megatrends – so präzise und früh wie möglich vorherzusehen.

was sich nun tatsächlich zu einem trend entwickelt und was bestenfalls als eintagsfliege überlebt, lässt sich aber auch mit neuesten mitteln nur schwer voraussagen. dabei sind manche quellen sicherlich zuverlässiger als andere.

advertising, art & ideas wird sie deshalb an dieser stelle – natürlich absolut ohne gewähr und anspruch auf vollständigkeit – regelmässig über trends im markt und in der branche informieren. denn anstatt uns neue trends auszudenken, verlassen wir uns lieber auf unsere fähigkeit, entscheidende entwicklungen frühzeitig zu erkennen und für eine maximale wirksamkeit ihrer kommunikationsmassnahmen zu nutzen.

 

2012-01-09
mobile apps boom

kaum zu glauben, dass es erst vier jahre her ist, seit apple mit seinem smarten iphone den grundstein für einen neuen markt gelegt hat: den markt für mobile applikationen, kurz apps. der anfangs belächelte nischenmarkt hat sich innert kürzester zeit zu einem zukunftsweisenden markt entwickelt, in dem milliarden umgesetzt werden. auskunfts-apps, spiele-apps, wetter-apps, karten-apps, news-apps, rasierer-apps oder zippo-apps: es wird alles erdenklich nützliche, unterhaltsame und sinnlose angeboten. der wirtschaftszweig hat natürlich auch einen namen: app economy.

im jahr 2010 haben user weltweit rund 8,2 milliarden apps heruntergeladen. für 2011 wird die zahl der downloads auf 17,7 milliarden geschätzt. die beratungsfirma booz & company geht davon aus, dass das apps-geschäft im jahr 2013 weltweit einen umsatz von 30 milliarden dollar generieren wird. das it-marktforschungsunternehmen gartner schätzt, dass unternehmen bis 2015 die hälfte ihrer internetverkäufe über handy-apps und soziale netzwerke abwickeln werden. eine eigene app, so die prophezeiung, wird bald so wichtig wie die eigene internetseite. einige stimmen sagen voraus, dass smartphones und tablets aufgrund der apps zum computerersatz im privaten alltag werden und traditionelle pcs oder laptops (vorerst) nur noch den geschäftsalltag dominieren.

der markt ist dementsprechend hart umkämpft, und nach wie vor schaffen es nur sehr wenige apps in die bestenliste. bevor man auf die app-welle aufspringt – der wettbewerb drängt und die versuchung, ins blaue hinaus zu entwickeln, ist gross – sollte der einsatz von apps als marketingmittel strategisch und konzeptionell fundiert durchdacht und geplant werden. eine grosse herausforderung für marketingexperten und entwickler ist der immer noch stark fragmentierte markt. es gibt tausende von endgeräten mit unterschiedlicher software und hardware sowie ein halbes dutzend relevante mobile betriebssysteme (android, ios, symbian, bada, blackberry, windows mobile) und app-stores. experten streiten zurzeit noch darüber, ob der weg über app-stores durch html 5-internetanwendungen gespart werden soll und kann.

die grundlage für den erfolg ist die fundierte abstimmung der apps mit den jeweiligen unternehmenszielen und kommunikationsstrategien. neben der geeigneten technischen lösung braucht es dann vor allem die entscheidende innovative idee, die den kunden einen eindeutigen nutzen bringt. ob zugang zu ausserordentlichen inhalten, attraktive bereicherung von social-web-aktivitäten, problemlösungen oder schlicht guter humor. apps können kundenbeziehungen optimieren, interne prozesse unterstützen, kosten durch selfservices senken – und natürlich marken inszenieren und verkaufen. ist jedoch kein mehrwert vorhanden, wird eine app schnell zum verwaisten treibgut. falls sie eine beratung zum umgang mit ihren apps wünschen, freuen wir uns über ihre kontaktaufnahme.

2010-08-12
banken: branchenfremde konkurrenz

die krise der retailbanken hat das machtverhältnis zwischen bank und kunde dauerhaft verschoben. in einer umfrage des beratungsunternehmens accenture bei 46 bankmanagern in 14 ländern stellten drei fünftel von diesen eine geringere kundentreue fest. angst geht um bei den banken, angst vor konkurrenz von ausserhalb der branche. die furcht ist nicht unbegründet: innovative neue bankprodukte und -dienstleistungen kommen häufig aus anderen industrien. telekomgesellschaften, detail- und internethändler machen banken das bankgeschäft streitig. dabei sind sie klar im vorteil: sie wissen mehr über ihre kunden und betreiben oft ein besseres marketing. kunden können durch ihr handy auf schritt und tritt geortet und so mit spezifischen sonderangeboten und werbung geködert werden.

der finanzdienst nokia money des finnischen telekommunikationskonzerns ermöglicht es, bank- und finanztransaktionen in form von anrufen oder per sms über das handy abzuwickeln. nokia money basiert auf der bereits etablierten mobilen bezahlplattform obopay. die finnen investierten 2009 rund 70 millionen dollar in das us-amerikanische unternehmen. für das pilotprojekt in indien hat sich nokia mit der yes bank zusammengetan. in der schweiz wird der medienkonzern ringier zum ersten grossen anbieter eines mobilen bezahlsystems. ringier spannt für das projekt mit ge money bank – einem spezialisten für konsumkredite – zusammen.

die einführung dürfte bereits während dieses sommers stattfinden. vom mobilen bezahlsystem zur kreditvergabe ist der weg nicht mehr weit. die banken sind also im zugzwang, wollen sie von der branchenfremden konkurrenz nicht auf dem falschen fuss erwischt werden. häufig hapert es an der entsprechenden kommunikation. um neuerungen als das zu verkaufen, was sie sein sollen – ein konkreter fortschritt im kundenservice – braucht es ein geeignetes konzept und die richtige strategie. advertising, art & ideas ist ein spezialist in der vermarktung von finanzdienstleistungen.

2010-03-08
branded «bio»

bioprodukte boomen. und die bereitschaft, nachhaltig produzierte waren zu kaufen und dafür auch mehr geld auszugeben, wächst stetig. hormonskandale, rinderwahnsinn und gentechnisch veränderte lebensmittel haben die konsumenten derart verunsichert, dass sich attribute wie bio, fair und regional zu starken verkaufsargumenten entwickeln konnten. biologische zutaten, faire herstellungsprozesse und eine regionale produktion sind heute qualitätskriterien, die nicht nur ein reines gewissen bei konsument und hersteller, sondern auch einen echten mehrwert für eine marke schaffen.

das bundesamt für statistik bescheinigt den bioboom gerade in der schweiz. gemäss bio suisse, der vereinigung schweizer biolandbau-organisationen, lag der pro-kopf-verbrauch im jahr 2005 bei chf 160. während im jahr 2000 durchschnittlich 4,5 prozent der bevölkerung «bio» kauften, waren es 2005 bereits 6,5 prozent. und auch im krisengeschüttelten jahr 2009 konnte sich das segment behaupten. die verkaufte menge von biolebensmitteln und -getränken legte um zwei prozent zu. ein internationales spitzenergebnis mit steigender tendenz.

für lebensmittelproduzenten bietet diese entwicklung ein potenzial, das noch längst nicht ausgeschöpft ist. und auch auf die markenverantwortlichen warten grosse möglichkeiten und chancen. denn gerade in diesem sensiblen und vom kostbaren vertrauen der konsumenten geprägten bereich spielen die nachhaltigkeit und echtheit von marke, image und kommunikation eine entscheidende rolle. eine rolle, die eben nicht durch einen bio-stempel, sondern einzig durch ein glaubwürdiges markenprofil ausgefüllt wird.

2010-02-25
vertrauen ist besser

die jährliche umfrage von reader’s digest offenbart es: nur ein durch und durch glaubwürdiges unternehmen verdient nach ansicht der konsumenten den titel eines «most trusted brand». mit diesem anspruch wurde der in deutschland amtierende vorjahressieger google im gerade veröffentlichten ranking der vertrauenswürdigsten marken 2010 vom thron gestossen – ein sturz, den der weltmarktführer dem akuten vertrauensschwund nach den kritischen diskussionen über den gläsernen internetnutzer verdankt.

auch die schweizer nominierungen standen in diesem jahr ganz im zeichen der vertrauenswürdigkeit: so triumphierten zahlreiche traditionsmarken gegen aufsteigende brands. und altbekannte markenklassiker setzten sich gegen die emporkömmlinge der noch jungen unternehmen durch.

eine wichtige erkenntnis, denn tatsächlich ist die ausgangslage für alle marken extrem schwierig und die konkurrenz unter den wettbewerbern gross: allein in der schweiz nannten die befragten insgesamt über 2000 marken über alle kategorien hinweg. der erfolg eines brands hängt also – ausser von seiner bekanntheit – in wachsendem ausmass davon ab, wie vertraut und vertrauenswürdig er ist. eine entwicklung, die gerade in der jetzigen wirtschaftlichen situation an bedeutung gewinnt. so verwundert es nicht, dass hierzulande neben traditionsreichen unternehmen wie caran d’ache oder lindt & sprüngli vor allem die vertreter von typisch schweizerischen wertigkeiten wie raiffeisen, migros oder charles vögele die begehrte auszeichnung gewinnen konnten. ein weiterer beleg dafür, wie essenziell und anspruchsvoll ein nachhaltiger und vor allem authentischer image- und vertrauensaufbau für eine marke ist.

2010-02-23
werbung goes web

immer mehr werbetreibende verlagern ihre aktivitäten ins internet. mit dem ergebnis, dass dieses medium in einigen märkten erstmals die publikumszeitschriften hinter sich lassen konnte. tatsächlich ist der online-werbemarkt im vergangenen jahr beispielsweise in deutschland um rund zwölf prozent gewachsen und avancierte, mit einem anteil von 16,5 prozent, zum drittstärksten werbemedium hinter den klassischen gattungen tv und zeitung. und der trend hält an: für das jahr 2010 erwarten die experten eine bruttosteigerung des online-werbeaufwands in deutschland von 14 prozent.

der virtuelle werbemarkt setzt dabei auf verschiedene aktivitäten: klassische werbung, suchwortmarketing oder das sogenannte affiliate-system, bei dem ein kommerzieller anbieter seine vertriebspartner durch eine erfolgsorientierte provision vergütet. darüber hinaus zählten im klassischen display-bereich im jahr 2009 neben video-ads vor allem die bewegtbildwerbung sowie der einsatz von wallpapers zu den wichtigsten massnahmen.

da online-statistiken in deutschland weiter entwickelt und präziser aufgeschlüsselt sind als in der schweiz, ist ein vergleich allerdings nur bedingt möglich. insgesamt ist jedoch zu erwarten, dass auch hierzulande der anteil der internetbasierten werbung am gesamtumsatz massiv zunehmen wird.

2010-02-08
not macht erfinderisch

in den 50er-jahren sah sich die kinobranche einer grossen gefahr ausgesetzt: das fernsehen hielt einzug in den wohnzimmern und wurde – trotz damals noch sehr eingeschränktem programm – immer populärer. angesichts dieser ersten echten krise des kinos versuchten findige filmproduzenten die zuschauer mit einer neuen, revolutionären machart ins kino zurückzulocken: die lösung hiess 3d.

dreidimensionale filme waren echte attraktionen, die nur im kino gesehen werden konnten – und trotz lächerlicher rot-grüner-pappmachébrillen bis weit in die 80er-jahre hinein beachtliche erfolge erzielten. 50 jahre später wiederholt sich die geschichte. während sich die film- und kinobranche diesmal von wachsenden möglichkeiten privater home-cinema-ausrüstungen, fussballfeldgrossen flachbildschirmen, dvds, digitalen decodern und internet bedroht sieht, lautet die antwort der filmschaffenden abermals: 3d.

tatsächlich soll 2010 zum jahr der dreidimensionalität werden. einziger unterschied: heute geht es lauter, schneller und grösser als vor einem halben jahrhundert zu. der erfolg des james-cameron-streifens «avatar», der in den ersten beiden wochen bereits eine knappe milliarde usd an den kinokassen eingespielt hat und eine vielzahl von oscarnominierungen einheimsen konnte, ist ein eindrücklicher beweis. und doch ein erfolg mit kehrseite: denn während die menschen in die kinos pilgern, um die neue dimension des films mitzuerleben, wächst auch ihr wunsch, diese unterhaltung mit nach hause, ins heimkino, zu nehmen. technik, zuschauer und chipstüten stehen bereit – die nächste dimension ist auf dem weg – und die nächste kinokrise bestimmt auch.

2010-02-01
marktkrise, markenchance

fast jedes finanzinstitut versucht seine kunden von der dringenden notwendigkeit zu überzeugen, doch kaum eine bank geht mit gutem beispiel voran: die rede ist von der richtigen vorsorge. die wirtschaftskrise hat gezeigt, dass, wer auf wackligen beinen steht, wahrscheinlich schon bei der ersten erschütterung einknickt oder gar ganz umfällt. das gilt für konsumenten ebenso wie für gestandene marken und unternehmen. eine katastrophale aussicht für viele finanzakteure.

die branche scheint ihre lehren aus den turbulenzen gezogen zu haben. das belegt eine aktuelle trendstudie im banken- und finanzbereich, die unter deutschen vertretern der gilde durchgeführt wurde: rund drei viertel der befragten erachten das gewachsene misstrauen der öffentlichkeit in die bankwirtschaft als wichtige strategische herausforderung der zukunft – flankiert von den seit langem erschwerenden begleiterscheinungen wie preiswettbewerb, ausländische anbieter und me-too-produkte. doch genauso verbreitet wie der ruf nach einem starken positiven image ist auch die ratlosigkeit, wie dieses zu erreichen ist.

wohl dem, der die letzten jahre bereits aktiv genutzt hat, um an seiner marke und seinem positiven markenimage zu arbeiten. tatsächlich stellt dieses für 88 prozent der befragten einen wichtigen erfolgsfaktor in der heutigen zeit dar und sollte laut studie vor allem werte wie vertrauen, zuverlässigkeit und sicherheit transportieren – werte, die jedoch nicht über nacht und schon gar nicht in turbulenten und von unliebsamen überraschungen gezeichneten zeiten aufgebaut und nachhaltig gepflegt werden können. eine erkenntnis also, die ein langfristiges umdenken vieler finanzakteure nach sich zieht. nur gut, dass die studie auch ein grosses bedürfnis nach modernisierung offenbart hat: eine echte chance für alle marken.

2010-01-20
das neue mass aller dinge

das altväterliche sprichwort «jeder ist sich selbst der nächste» hat auch in der heutigen marketingwelt seine bedeutung nicht verloren: je mehr möglichkeiten sich dem konsumenten bieten, desto wichtiger wird die frage nach der persönlichen wahl. und desto grösser wird die herausforderung, eine eigenverantwortliche entscheidung zu treffen.

die zunehmende segmentierung des angebots, einhergehend mit dem verschwinden von massenmärkten und moden, verstärken diesen trend. ein trend, dem viele werbetreibende nichts entgegenzusetzen haben. umso weniger als heute an die stelle von gesteuerten meinungsmachern schwer kalkuierbare soziale netzwerke getreten sind. so genannte communities, die sich aus wahlverwandtschaften zusammensetzen und häufig zur einzig gültigen referenz für die konsumenten werden. mit der zunahme der nutzung von blogs, online-foren oder message boards wächst nämlich auch das vertrauen der user in diese medien: heute schenken bereits weit über 60 prozent der internetnutzer in europa der meinung ihrer community-mitglieder mehr vertrauen als den werbe- oder produktseiten einer marke.

ein waschechter paradigmenwechsel liegt in der luft. anstatt viel geld in glamouröse unternehmensauftritte zu stecken und big-bang-artige aufmerksamkeit für ein produkt zu generieren, geht die entwicklung in eine andere richtung: zum ziel, eine breite, gut verankerte anerkennung bei den konsumenten zu erreichen. gestützt auf glaubwürdigkeit, authentizität und transparenz. und auf eine vielzahl an medienträgern und kanälen, die auf unterschiedlichste weise einbezogen werden wollen. eine trendwende – für konsumenten gleichwohl wie für marketingverantwortliche und werbetreibende – mit weitreichenden folgen. fortsetzung folgt.

2010-01-13
suchen, bis wir grün werden

schweinegrippe, brüno und windows 7 waren im vergangenen jahr die am häufigsten gegoogelten begriffe in der schweiz. ganz egal, ob sie diese oder andere begriffe suchen: jede abfrage, die über das weltweite rechnernetz läuft, verursacht klimaschädliches kohlenstoffdioxid. umgerechnet übrigens so viel, wie sie dafür benötigen, um eine tasse tee zu erhitzen. bei mehreren millionen suchanfragen täglich ergibt das ganz schön viel heisses wasser. zu viel, finden immer mehr nutzer und suchen nach alternativen.

anlässlich des weltklimagipfels im letzten dezember trat eine lösung auf den plan: die umweltfreundliche suchmaschine ecosia, deren betreiber rund 80 prozent der einnahmen an das regenwaldschutzprojekt des wwf spenden. da alle server des neuen angebots mit ökostrom betrieben werden, trägt ausserdem jede anfrage dazu bei, ein stück regenwald zu retten. zwar ist das einsparpotenzial pro suchanfrage nur klein, angesichts der wachsenden bedeutung und zunehmenden nutzung von suchmaschinen, ist diese entwicklung aber ein schritt in die richtige richtung. ein schritt, den die nutzer bereit sind mitzugehen, wie der erfolgreiche start des noch jungen angebots belegt und wie das nachträgliche engagement von google bekräftigt, das neuerdings vermehrt klimaschutzprojekte fördert.

2009-12-17
im namen des erfolgs

wie schwierig es ist, den perfekten namen zu finden, weiss jeder, der ein kind hat. nomen est omen, und natürlich will niemand daneben greifen, wenn es um die zukunftsplanung geht. dennoch kann von diesem missgeschick manches unternehmen ein lied singen: so führte colgate in frankreich eine zahnpasta namens cue ein, der name eines sehr bekannten pornomagazins. der claim «in leder fliegen», mit dem american airlines die vorteile der business class vermitteln wollte, weckte nicht die gewünschten assoziationen. und die namenswahl für die luxuskarosse «phaeton» wäre bestimmt anders ausgefallen, hätte vw geahnt, dass damit der grundstein für den ökonomischen misserfolg der limousine gelegt wird (phaeton war ein sprössling des sonnengotts helios, der durch seine missglückten flugversuche die welt in flammen setzte).

«naming» ist eine marketingdisziplin mit folgenschweren entscheiden. umso verständlicher, dass viele hersteller auf bewährtes setzen. auf historische anlehnungen, die von gottheiten über epochale helden bis hin zur legende reichen: kameras von olympus, die auch die götter begeistern sollen, computer von asus, dessen namenspatron das mythische pferd pegasus ist – oder eben phaeton. namenswahlen, die gerade in extrem schnelllebigen, innovationslastigen und zukunftsweisenden branchen im trend liegen. und die doch nur ein schritt auf dem langen und manchmal auch beschwerlichen weg zu einem glaubwürdigen, stimmigen und erfolgreichen markenimage sein können.

2009-12-01
nur wer sucht, der findet

wer stellt ein produkt her und schreibt es nicht an? wer legt seine ware in die hinterste ecke des supermarkts und verzichtet auf jegliche information für den verbraucher? jeder weiss, dass selbst das genialste produkt nichts nützt, wenn es nicht vermarktet wird. und doch muss man gar nicht lange suchen, ehe man fündig wird: im internet.

aktuelle zahlen zeigen, dass die ersten drei plätze in den google-suchergebnissen von 100 prozent aller suchenden gelesen werden – das viertplazierte ergebnis hingegen wird nur noch von 85 prozent gelesen, das fünfte von 60 prozent und das zehntplazierte suchergebnis lediglich von 20 prozent.

vor diesem hintergrund überrascht es umso mehr, dass bloss ein drittel der im rahmen einer studie befragten unternehmen massnahmen ergreifen, die dazu dienen, im suchmaschinenranking einen höheren platz zu erreichen. massnahmen, die dafür sorgen, dass ihr produkt im regal nicht in der zweiten reihe oder in unerreichbarer höhe in vergessenheit gerät. und das wird wohl erst einmal so bleiben: für 2009 erklärten 60 prozent der befragten, das für die suchmaschinenoptimierung reservierte budget nicht anpassen zu wollen. sieben prozent beabsichtigen sogar, es weiter zu senken. und das bei ohnehin schon extrem niedrigem niveau.

hoffnung macht hingegen das umfrageergebnis, nach dem mit steigendem kapitaleinsatz vermehrt spezialisierte unternehmen zum zuge kommen. spezialisten, die die grossen möglichkeiten des suchmaschinenrankings optimal zu nutzen wissen und den unternehmen damit ganz neue potenziale eröffnen.

2009-10-27
vertrauen zahlt sich aus

zum jahrsende mehren sich wieder die möglichkeiten, gutes zu tun. im fernsehen fordern stars und sternchen um geldspenden, im briefkasten bitten uns werbeschriften fast täglich um pekuniäre unterstützung und auch im internet erreichen uns immer häufiger spendenaufrufe. ob für umweltkatastrophen oder für langfristig angelegte hilfsaktionen – die anlässe, zu helfen, sind vielfältig, und die entscheidung für eine institution oder initiative fällt dementsprechend schwer.

ob menschen überhaupt spenden, hängt laut einer aktuellen studie der universtität mainz vom image der organisation ab. bürgt der name für sicherheit und ehrlichkeit? ist er vertrauenswürdig genug, damit ich ihm mein geld anvertraue? voraussetzungen, die laut der studie viel entscheidender für die entscheidung sind als der eigentliche zweck, für den das geld gespendet wird.

eine überraschende erkenntnis, die eine grosse herausforderung an das marketing der spendenorganisationen stellt. muss sie doch gelder dafür einsetzen, um ihr bild in der öffentlichkeit zu schärfen und zu verankern. der grat zwischen selbstbewusstem auftreten und übertriebener selbstdarstellung ist dabei schmal, die balance zwischen massnahmen zur vertrauensbildung und spendengewinnung bisweilen schwierig. umso mehr, als die meisten gemeinnützigen initiativen erst lernen müssen, dass die zusammenarbeit mit markenprofis langfristig nutzen bringt.

2009-10-20
gewappnet für die zukunft

laut einer aktuellen umfrage wird in den nächsten zwölf monaten jedes vierte unternehmen in der schweiz eine marketingagentur mit grösserer expertise im bereich digitale medien suchen und engagieren. falls es das nicht bereits getan hat.

die umfassende studie von sapient interactive zum thema «agentur der zukunft» skizziert die zukunft der agenturen: als experten für die erweiterten anforderungen an ein ganzheitliches marketing, das die klassischen bereiche mit den neuen, digitalen möglichkeiten erfolgreich verbindet. diese ergebnisse geben allen recht, die wie a,a&i frühzeitig eine breite expertise und ein vielseitiges know-how im digitalen marketing aufgebaut haben.

tatsächlich wünschen sich in zukunft immer mehr unternehmen und potenzielle auftraggeber eine agentur, die digitales marketing als integriertes serviceangebot offeriert. das stellt ganz besondere anforderungen an die anbieter klassischer instrumente und massnahmen: im direktmarketing ebenso wie im campaigning oder branding. da gerade entscheider und nachkommende konsumentengenerationen auf die vorzüge und möglichkeiten der digitalen medien vertrauen, hat dieser trend seinen höhepunkt noch lange nicht erreicht. eine echte chance für unternehmen, jetzt noch rechtzeitig aufzuspringen und von den überzeugenden vorteilen zu profitieren, die ein konsequentes und zeitgemässes marketing bietet.

2009-10-12
virtuell werben, reell profitieren

was bringt das schönste plakat, wenn es in der hintersten ecke einer düsteren bahnhofsunterführung hängt? was das leckerste produkt, wenn es in unerreichbarer höhe über den köpfen der konsumenten thront? und was nützt der fulminante tv-spot, der zu nachtschlafender zeit ausgestrahlt wird? platzierung ist ein entscheidendes kriterium für erfolgreiche werbung. und was für die analoge werbeindustrie gilt, hat auch in der virtuellen welt unseres computerbildschirms seine gültigkeit.

eine aktuelle studie der ergonomen usability ag hat gezeigt, dass werbung im internet nur dann erfolgreich ist, wenn sie gesehen wird. eine voraussetzung, die offensichtlich scheint, aber gerade im internet nicht immer einfach zu gewährleisten ist. denn anders als im tv sind die nutzer dieses enorm schnellen und beweglichen mediums nicht bereit, sich ungefragt von werbung berieseln zu lassen. umso wichtiger wird die platzierung von online-werbung auf einer website – denn schon der erste blick entscheidet über erfolg oder misserfolg. und darüber, ob der nutzer angesprochen wird oder in die sogenannte banner blindness verfällt.

dieses phänomen beruht auf der wissenschaftlichen erkenntnis, dass nutzer in der regel alles was bunt, gross, auffällig und bewegt ist, ignorieren und ausblenden. das können sowohl werbebotschaften als auch unternehmensrelevante informationen sein. tatsächlich klafft auf vielen websites eine grosse lücke zwischen dem, was designer kommunizieren wollen und dem, was bei den nutzern tatsächlich ankommt. und das trotz zahlreicher studien, blickfeldtests und nutzerbefragungen. wer also in zukunft auch in der virtuellen welt erfolgreich kommunizieren und werbung treiben möchte, sollte die speziellen gesetze berücksichtigen und sich für eine optimale platzierung von experten beraten lassen.

2009-09-14
swiss is beautiful

die bittere erkenntnis «la suisse n’existe pas» ist noch gut in erinnerung. tatsächlich hat sich in den letzten jahren das kollektive schweizbild von dieser negativspitze ins gegenteil gewandelt. in der rangliste der nationalen erfolgsmarken erreicht das attribut «swissness» einen spitzenplatz und gilt heute als geldwertes merkmal, mit dem sich so manche marke schmückt: vom it-anbieter bis zur schokolade, vom herrenausstatter bis zur fluglinie.

ein blick auf die nummer-eins-marken der europäischen länder zeigt, dass der trend zu mehr nationalismus nicht nur in der schweiz existiert. mit ausnahme von spanien, wo coca-cola an der spitze steht, stammt die stärkste marke überall aus dem eigenen land: bang & olufsen in dänemark, ikea in schweden, nutella in italien, aldi in deutschland, bbc in england.

während also die globalisierung rasant zunimmt, suchen die menschen vermehrt halt bei einheimischen marken. marken, mit denen sie seit langem bekannt und besonders gut vertraut sind. so auch in der schweiz, wo die faszination für das landestypische lange zeit als ausländisches phänomen betrachtet wurde: das schweizer armeemesser beispielsweise galt in den usa lange als inbegriff für höchste qualität und erreichte einen bekanntheitsgrad von 92 prozent.

laut einer studie des zürcher marktforschungsinstituts gfs sind heute knapp 70 prozent der konsumenten bereit, für «schweizer qualität» mehr zu bezahlen und acht von zehn personen finden es sympathisch, wenn firmen mit ihrer swissness werben. doch nicht allen unternehmen gelingt es, von der ausstrahlungskraft dieses attributs in einem masse zu profitieren wie ricola oder emmi, die vor allem auch international als «typisch schweizerisch» wahrgenommen werden. sie nutzen das vielfältige potenzial ihrer positionierung, um sich gegenüber der konkurrenz abzugrenzen. mit werten wie spitzenqualität, sympathie und sicherheit steht swissness nämlich schon lange nicht mehr für heile welt, heide und alpen, sondern verkörpert vielmehr eine äusserst seltene und interessante symbiose von tradition und modernität und von erfahrung und innovationskraft.

2009-09-08
smartphone – «shrimps um 8.00»

mobile phones oder smartphones bieten immer mehr leistungen und funktionen, die sich mit ihren anwendungen immer stärker in den alltag ihrer user einbinden, sei es als musikstationen oder kameras, navigator durch den grossstadtdschungel oder imagefaktor auf dem schulhof. mit den schnellen verbindungen ins internet wachsen die nutzungsmöglichkeiten und vermarktungschancen weiter an. aber nicht nicht nur die provider verdienen an diesen dienstleistungen.

das iphone setzt massstäbe für die wachsenden anwendungsmöglichkeiten. clevere anbieter nutzen die beliebtheit des mediums für den vertrieb der eigenen produkte. so verschenkt das schweizer detailhandelsunternehmen coop ein programm namens icoop, das direkt auf dem telefon installiert wird und mit dem der user praktisch und bequem von unterwegs lebensmittel bestellen kann, die dann an einen beliebigen ort geliefert werden. damit liegt die nächste coop-filiale quasi in der eigenen tasche. dieser service ist ganz auf die conveniencebedürfnisse einer klientel zugeschnitten, deren zeitbudget knapper ist als das portemonnaie.

und wer als iphone-besitzer ganz spontan und schnell anregungen für die nächste mahlzeit haben möchte, kann mit dem ifood assistant des lebensmittelhersteller kraft ein elektronisches kochbuch auf sein handy laden, aus 7000 rezepten wählen, einkaufslisten nutzen und sich dann noch schnell über eine suchfunktion den weg zum nächsten geschäft für den einkauf zeigen lassen. bereits tausende male wurde dieser service (chf 1.10) heruntergeladen und zeigt, dass mit benutzergerechten serviceangeboten nicht nur geworben werden kann, sondern auch noch geld verdient wird.

2009-04-03
boomtown internet

die schweizer sind passionierte shopper – und das immer lieber online. 2008 steigerte sich das kaufvolumen von produkten und dienstleistungen um knapp 40 prozent gegenüber dem vorjahr. zu den beliebtesten erwerben zählten vor allem ferienreisen, flüge, second-hand-produkte, elektrogeräte und lebensmittel. gerade bei dem noch jungen segment der 18- bis 44-jährigen, die mehr als die hälfte der internetnutzer ausmachen, scheint der bequeme zugang zu diesen dienstleistungen sehr beliebt. aber auch eine andere konsumentengruppe freundet sich zunehmend mit den freuden und vorteilen des mediums an: immer mehr senioren zwischen 70 und 75 jahren gehen regelmässig online. eine aktuelle studie zeigt sogar, dass die höchsten zuwachsraten den älteren semestern zu verdanken sind. während beispielsweise 2005 noch lediglich 26 prozent dieser altersgruppe online waren, sind dies unterdessen bereits knapp 50 prozent.

um diese neue «alte» ebenso wie die «alte» junge zielgruppe nicht nur durchs netz surfen zu sehen, sondern auch finanziell davon zu profitieren, lassen sich die werbungtreibenden verstärkt auf das medium ein. tastsächlich prognostizieren experten, dass online-werbung 2009 erstmals das anzeigenvolumen der publikumszeitschriften übertreffen könnte. eine entwicklung, der auch die aktuelle wirtschaftssituation keinen abbruch tut. denn tatsächlich konnte der virtuelle markt trotz beginn der finanzkrise – oder gerade deshalb – weiter zulegen. der mit 25 prozent im letzten jahr enorm hoch ausgefallene zuwachs wird vorerst wohl nicht mehr erreicht, allerdings würden auch steigerungen um zehn prozent bereits dazu führen, dass sich die beiden werbeformen künftig auf augenhöhe bewegen.

2009-03-06
vom reiz digitaler werbung

times square, picadilly circus, potsdamer platz. egal, welche metropole sie heute besuchen, es erwartet sie ein meer von lichtern, farben und signalen. aktuelle studien belegen es: digital signage, besser bekannt als digitale aussenwerbung, liegt voll im trend. von peking bis new york, von london bis moskau. dem beispiel ihrer berühmten vorbilder folgend, verwandeln sich immer mehr europäische innenstädte in blinkende und strahlende werbeflächen.

tatsächlich verzeichnet der markt für digital signage ein starkes wachstum, während der klassische werbebereich in letzter zeit in leichte schieflage geraten ist. ledscreens, videoboards und andere audiovisuelle werbeträger gewinnen nicht nur an bedeutung, sondern zunehmend auch an öffentlichem raum. während kritiker reizüberflutung oder eine verschandelung der teils historischen innenstädte befürchten, wittern andere neue chancen und möglichkeiten. zu recht. die akzeptanz der verbraucher gegenüber digitaler aussenwerbung ist überdurchschnittlich hoch: digitale werbung gilt als innovativ, ästhetisch und ist zudem abwechslungsreicher und schneller als ihr klassisches pendant in plakatform. umso mehr, als sich die nutzung der medienträger nicht auf die reine werbung beschränkt, sondern darüber hinaus für andere zwecke – wie beispielsweise nachrichtendienste – genutzt werden kann. so lassen sich per digital screening auch spontane informationen etwa zum aktuellen zeitgeschehen oder zu neuesten sportergebnissen kurzfristig abbilden und die eigentlichen werbebotschaften inhaltlich aufwerten.

kein wunder also, dass im öffentlichen raum und ganz besonders an zentralen knotenpunkten immer häufiger plakatwände durch blinkende bildschirme oder videowände ersetzt und je nach bedarf mit den relevanten inhalten «bespielt» werden. und dass immer mehr werbetreibende nach einer agentur ausschau halten, die kompetenzen und know-how im bereich elektronischer werbung und aussenwerbung mitbringt.

2009-01-18
virtueller wohlstand

virtuelle welten kennen keine finanzkrise. rezession und konsumflaute erweisen sich in diesen welten ebenfalls als fremdwörter. im gegenteil, die geschäfte im internet wachsen – auch, beziehungsweise insbesondere, die geschäfte mit virtuellen waren. was bis vor kurzem noch als phänomen galt, das einzig unter «zockern», also den teilnehmern virtueller spiele, verbreitet war, findet heute zunehmend nachahmer. so beziffern jüngste schätzungen den jährlichen virtuellen warenumsatz mit onlinespielen, virtuellen welten und sozialen netzwerken auf rund 1,5 milliarden dollar (2008), während die analysten für das vorjahr noch eine summe zwischen einer halben und einer milliarde dollar berechnet hatten.
die beliebtesten güter der virtuellen märkte sind vor allem waffen und rüstungen, die vom dazugehörigen avatar dazu benutzt werden, den heiligen gral zu finden, einen drachen zu besiegen oder neue welten zu erobern. neben diesen klassischen online-spielen werden immer häufiger virtuelle blumensträusse gekauft, die beispielsweise im rahmen sozialer netzwerke wie facebook an freunde verschenkt werden können. mit der wachsenden bindung des nutzers an die eine, seine, onlinewelt steigt auch seine bereitschaft, für virtuelle güter und zusatzdienste zu bezahlen. mit echtem geld, versteht sich. dies ist eine interessante geschäftsgrundlage für die vertreiber, da sie keinerlei materialkosten tragen und die waren beliebig oft vervielfältigen können.
als grund für diesen trend nennen psychologen und soziologen das menschliche bedürfnis, persönliche wünsche zu befriedigen und von anderen anerkannt zu werden. insbesondere vertreiber modischer must-haves wie dem iphone profitieren von diesem «gesetz», indem sie beispielsweise ein zusatzprogramm im wert von rund 1000 dollar anbieten, das einen roten edelstein auf dem display zum leuchten bringt. clevere marketingstrategen haben längst erkannt, dass ein dritter, vielleicht entscheidender faktor, für neue absatzpotenziale sorgt: die suche nach prestige. wenn es den markenstrategen gelingt, das image einer marke so zu gestalten, dass die konsumenten bereit sind, den immateriellen wert der marke mitzubezahlen, ist der erfolg garantiert. und zwar nicht nur virtuell.

2009-01-13
heute planen, morgen profitieren

finanzkrise hin, verschärfte wettbewerbsbedingungen her. trotz des immer widriger werdenden umfelds, in dem unternehmen ihre produkte und services an den kunden bringen müssen, überlassen die meisten firmen ihre unternehmenskommunikation dem zufall. laut einer studie der beratungsagentur kirchhoff consult arbeitet nur knapp die hälfte der von ihr befragten firmen mit einer festgelegten strategie.

dieses ergebnis steht in einem scheinbaren widerspruch zur ebenfalls geäusserten überzeugung der befragten 400 kommunikationschefs der umsatzstärksten unternehmen in der schweiz, in deutschland und in österreich: rund 88 prozent von ihnen glauben, dass die unternehmenskommunikation ihre firma stark beziehungsweise sehr stark beeinflusst. 68 prozent sprechen ihr hohe bis sehr hohe auswirkungen auf den unternehmenswert zu. und neben kunden- und mitarbeiterzufriedenheit zählen nach ansicht der befragten marke, reputation und unternehmenskultur zu den fünf wichtigsten immateriellen vermögensgegenständen einer firma.

obwohl die erkenntnis bei den verantwortlichen verankert scheint, lassen diese keine oder zumindest zu wenig konkrete taten folgen. stattdessen konzentrieren sie sich auf das operative geschäft und den einsatz klassischer kommunikationsinstrumente, die zwar keinen schaden anrichten, aber auch keinen wirklichen nutzen bringen. diese haltung birgt zudem die gefahr, dass reputationsrisiken unzureichend im strategischen planungsprozess berücksichtigt und erst dann betrachtet werden, wenn sie bereits eingetroffen sind.

alles in allem besteht ein erheblicher nachholbedarf. gerade in kritischen zeiten offenbart die fehlende oder unzureichende strategie ihre folgen und nebenwirkungen, und sie sollte daher frühzeitig angegangen werden.

2009-01-09
verantwortlichkeit zahlt sich aus

im vergangenen jahr hatten wir bereits auf den boom des sozialen engagements als image- und markenförderliche massnahme hingewiesen. im zuge der finanzkrise frieren immer mehr unternehmen sponsoringgelder für sportliche und kulturelle anlässe ein. medienaffine sportarten wie radfahren oder fussball und populäre kulturanlässe wie festivals oder blockbuster-ausstellungen leiden bereits unter der situation. doch trotz – oder vielleicht wegen – des wachsenden kosten- und rechtfertigungsdrucks führt die entwicklung dazu, dass gelder künftig wieder «verantwortlicher» investiert und nicht mehr für private vorlieben oder traditionelle liebhabereien ausgegeben werden.
tatsächlich belegen aktuelle forschungsarbeiten das erfolgspotenzial des corporate-social-responsibility-konzepts. so hat eine studie des marktforschungsunternehmens gfk panel services ergeben, dass soziales engagement die kaufentscheidung von verbrauchern massgeblich beeinflusst. tatsächlich fordern die konsumenten von den firmen ein sozial und ökologisch verantwortliches management und nachhaltiges handeln. für knapp drei viertel der befragten ist das faire verhalten gegenüber den mitarbeitenden ausschlaggebend. die verantwortung gegenüber den kunden – also die qualität und preisgestaltung der angebotenen produkte – liegt bei knapp 30 prozent, gefolgt von der fairen beziehung zu den zulieferern, die für 28 prozent vorrangig ist. jeder fünfte der befragten gab zudem an, dass die umwelt- und klimafreundliche produktion für die kaufentscheidung wichtig ist. das engagement eines unternehmens beim klassischen sponsoring von sport, kultur und wissenschaft fand dagegen mit lediglich sechs prozent kaum beachtung.
aufgrund der aktuellen zäsur in diesem bereich ist zu erwarten, dass der trend der langfristigen unternehmensverantwortung im gegensatz zum blossen «geld geben» anhalten wird. dies ist nicht nur für viele sozial und umweltpolitisch engagierte initiativen und organisationen ein gewinn, sondern auch für diejenigen, die sich nachhaltig für umwelt und gesellschaft verpflichten möchten.

2008-12-22
das ende von do-it-yourself

das jahr 2008 hat viele interessante und einige überraschende trends gebracht. und die trends wurden vor allem von einem phänomen geprägt: von der zunehmenden bedeutung des mediums internet und damit einhergehend der professionalisierung der damit verbundenen dienstleistungen und angebote. dafür steht auch der trend oder besser die trendwende, die das diesjährige youtube-ranking ankündigt: der boom der verwackelten videowebclips ist vorbei. 2008 schauten sich nutzer vor allem professionelle videos an. eine entwicklung, die mit sicherheit bemerkenswerte folgen für die werbeindustrie mit sich bringen wird.

nach angaben des marktforschers tubemogul.com tummelten sich in den usa im jahr 2008 acht musikvideos und zwei politische beiträge in den top ten. wurde 2007 noch die grosse mehrheit der beliebtesten clips privat produziert, hat es dieses jahr kein einziges privatvideo in das aussagekräftige ranking geschafft. dies ist vor allem für die betreiber der plattform eine erfreuliche entwicklung, da die wachsende seriosität des mediums unweigerlich ein gesteigertes interesse potenzieller inserenten nach sich ziehen wird. und weil mehr abrufe von musikvideos mehr einnahmen bedeuten. tatsächlich hat youtube bereits weitreichende partnerschaften mit den grossen musikkonzernen geschlossen und arbeitet intensiv an neuen werbeformaten für die videowelt im web – die übrigens trotz ihrer derzeit rund 100 millionen nutzer noch immer in den kinderschuhen stecken.

2008-12-16
heute schon gebloggt?

ein blogoffensive ist im gang. gewaltig und stetig bahnt sie sich scheinbar unaufhaltsam ihren weg durch die medienlandschaft und in richtung aufmerksamkeit der konsumenten. bislang zeigten sich viele printjournalisten eher ablehnend gegenüber dieser realtiv jungen form des informationsaustausches. doch die skepsis scheint sich langsam aufzulösen und in akzeptanz, zustimmung und teilweise gar unterstützung umzuwandeln.

blogs sind so vielfältig wie ihre leserschaft: sie beschäftigen sich unter anderem mit kunst und kultur, mit sport oder städten, mit bildung und wissenschaftlichen themen, mit berichten aus unternehmen oder aktuellen kriegsschauplätzen. angesichts dieser fülle scheint es unmöglich, den überblick zu behalten. die einzige, der das wenigstens annähernd gelingt, ist die blog-suchmaschine technorati. sie führt buch über jeden blog und summiert die zahlen: 2006 belief sich die zahl der blogs weltweit auf etwas über 27 millionen, 2008 waren es bereits rund 112 millionen. täglich kommen etwa 70 000 neue blogs hinzu. viele davon werden nie richtig «lebendig», da sie, einmal eröffnet, keine weiteren einträge erhalten.

die frage, wie viele deutschsprachige blogs es gibt, ist entsprechend schwierig zu beantworten. die schätzungen liegen bei etwa 600 000, von denen derzeit rund 27 000 aktiv gepflegt werden. ein paar mehr fallen also grundsätzlich nicht ins gewicht, ausser es sind blogs, die von namhaften printjournalisten ins leben gerufen und gepflegt werden – aktuell etwa diverse blogs verschiedener journalisten der frankfurter allgemeine zeitung. solche entwicklungen könnten aus einem noch begrenzt respektierten medium eine ernst zu nehmende kommunikations- und informationsalternative machen.

2008-12-08
online 1 : tv 0

aktuelle studien belegen es: in sachen werbung konnte das internet seine konkurrentin tv erstmals auf die plätze verweisen. online-banner, sponsorings oder die präsentation von tv-formaten sind nur einige der vielen möglichkeiten, die sich den werbungtreibenden im web bieten. gleichzeitig bemühen sich immer mehr führende medienhäuser, zusätzliche virtuelle plattformen aufzubauen – durch zukauf oder den aufbau eigener angebote – und so direkt von diesem trend zu profitieren.

die medienanbieter werden sich über die nach oben zeigenden werbeeinnahmen freuen, denn sie können nach wie vor nicht mit der bereitschaft ihrer kunden rechnen, geld für informationen, inhalte oder news im netz auszugeben. tatsächlich hat sich in der virtuellen welt eine form der gratiskultur etabliert, die bis heute kaum oder nur von ganz wenigen akteuren ausgehebelt wird. umso erfreulicher ist es, wenn in zukunft noch mehr marken und unternehmen auf das netz als kommunikations- und somit werbeplattform setzen.

es spricht alles für eine solche entwicklung: jüngere studien haben gezeigt, dass sich die online-nutzung mittlerweile nachhaltig auf das einkaufsverhalten vieler konsumenten auswirkt. mit 96,7 prozent verlassen sich beispielsweise fast alle deutschen internetnutzer auf das netz als informationsquelle. der anteil der online-shopper unter den internetnutzern liegt bei knapp 80 prozent. und die wichtige zielgruppe der jugendlichen konsumenten lässt die goldene zukunft des mediums ebenfalls erahnen: während die beliebtheit des fernsehens zwischen 2005 und 2008 konstant geblieben ist und die der tageszeitungen sogar nach unten tendierte, stieg die beliebtheit des internets von etwas über 50 prozent auf rund 80 prozent massiv an. ein trend, der sich noch weiter verschärfen könnte angesichts der aktuellen finanzkrise. amerikanische pay- und kabel-tv-sender melden bereits massive kündigungen von abonnements. aus finanziellen gründen konsumieren immer mehr menschen die angebote der sender im netz und wandeln sich so von den viel zitierten couch potatos zu agilen internetsurfern – natürlich fast ausschliesslich in gratis-gewässern.

2008-12-02
sag mir, wo du surfst ...

... und ich sag dir, wer du bist! indem sie online-beziehungen aufzeichnen, treffen marketingexperten immer häufiger aussagen über die vorlieben und bedürfnisse von konsumenten. zudem erlaubt diese methode, das verhältnis der mitglieder einer virtuellen community zueinander sowie deren vernetzung untereinander zu bestimmen, und so immer genauere prognosen über das konsumverhalten einer kaufkräftigen und marketingrelevanten zielgruppe zu erstellen. das kann über instant-messenger-freundeslisten oder die platzierung von cookies geschehen.

«social graph» ist aussagekräftig und richtungsweisend – und liegt voll im trend. in der praxis bleiben jedoch noch einige fragen offen: etwa welche werbeformate in diesem teilweise sehr kritischen umfeld tatsächlich akzeptanz finden. oder wie die möglichkeiten am besten ausgestaltet und vermarktet werden. so beginnen unternehmen nur vereinzelt und zögerlich, das virtuelle soziale netzwerk ihrer zielgruppen ins visier zu nehmen. während die giganten der branche, zum beispiel microsoft oder yahoo, noch immer an zukünftigen globalen plattformen basteln oder versuchen, bestehende soziale netzwerke wie facebook oder xing für sich zu nutzen, bleibt das netz für die meisten unternehmen eine black box. doch wie so oft wird die erschliessung der potenziale nicht lange auf sich warten lassen, und der erfolg der massnahmen ist nur eine frage der zeit. wir bleiben dran.

2008-11-21
gehen sie noch einkaufen oder shoppen sie schon mobil?

einmal mehr haben es die experten des zürcher gottlieb duttweiler institute (gdi) gewittert: unter dem begriff «hyperlocality» beschreiben sie einen trend, der unser gegenwärtiges konsumverhalten radikal verändern wird. dank immer neuer innovationen verschmelzen die reale und die digitale welt zunehmend. wegweisende technologien wie mobile tagging oder permission marketing kreieren ganz neue werbe- und damit auch absatzmöglichkeiten.

kooaba, eine grafische suchmaschine für kinoplakate, kann als vorreiterin dieser entwicklung bezeichnet werden. interessieren sie sich für geschichte, trailer oder spielzeiten eines films oder möchten sie ihre plätze reservieren? ganz einfach: knipsen sie ein foto des entsprechenden plakats und senden sie es per mms an den anbieter. sie möchten prüfen, wohin ein zug fährt und wann er sein ziel erreicht? auch hier: abdrücken, losschicken – und die mobilen serviceleistungen folgen alsbald.

amazon.com gilt als einer der ersten und erfolgreichsten anbieter, die erkannt haben, wie lukrativ es ist, wenn der shop zu den menschen geht. damit hat das globale social-commerce-versandhaus neben anderen erfolgreichen dienstleistern wie itunes oder ebay den weg für eine neue dimension des geo-shoppings geebnet. mithilfe des mobiltelefons werden die virtuellen möglichkeiten bald ganz real und vor allem allgegenwärtig sein und den potenziellen kunden und konsumenten immerzu offen stehen. so entsteht eine quasi unendlich grosse shopping- und marketingfläche, auf der die plätze neu verteilt werden.

2008-11-15
zurück ins nest

turbulente zeiten, die den menschen neben finanziellen kümmernissen viele andere sorgen und unsicherheiten bereiten, werden oft begleitet von einer besinnung auf das wesentliche: die familie oder das soziale umfeld. dinks und yuppies waren gestern. sie haben sich, deutet man den aktuellen trend richtig, in echte familienmenschen verwandelt.

diese entwicklung ist auch den marktforschenden nicht verborgen geblieben. sie haben flugs ein neues zielgruppensegment kreiert und damit eine kaufkräftige klientel für den markt definiert. soeben hat die renommierte «süddeutsche zeitung» die erste ausgabe des magazins «wir» publiziert, das sich speziell an junge eltern und familien richtet. etwa zeitgleich kündigte der mitbewerber «gruner + jahr» die baldige erscheinung eines lebensgefühl-magazins für junge eltern an: genau wie «wir» spricht auch «nido» – italienisch für nest – junge, kaufkräftige eltern im grossstädtischen umfeld mit informationen und neuigkeiten aus dem lifestylebereich an.

beide neuerscheinungen liegen voll im trend mit dem vorhaben, den beweis zu liefern, dass es möglich ist, kinder zu haben und sich trotzdem guten geschmack und echte lebensqualität zu bewahren. und indem sie versuchen, in einer welt, die immer häufiger als bedrohung erlebt wird, ein bedürfnis nach geborgenheit zu stillen.

2008-11-13
spenden mit verantwortung

die finanzkrise nimmt einfluss auf unterschiedliche bereiche. zum beispiel auf die höhe und zuwendung der sponsoringbudgets von unternehmen, die sich mehr oder weniger lang und erfolgreich in medientauglichen sportarten wie radfahren, golf und fussball engagieren. auch die immer häufiger privatfinanzierten kulturanlässe leiden unter der aktuellen situation, und erste festivals und ausstellungen mussten laut presseberichten bereits gestrichen werden. dies ist ein negativer trend, der jedoch mit etwas glück auch eine positive folge – ein umdenken – nach sich ziehen wird: es ist wahrscheinlich, dass unter dem wachsenden kosten- und rechtfertigungsdruck und angesichts einer zunehmend kritischen öffentlichkeit gelder künftig «verantwortlicher» investiert und nicht mehr, wie bislang häufig üblich, für private vorlieben oder traditionelle liebhabereien ausgegeben werden.

diesem meist willkürlichen und selten langfristig wirksamen engagement stellt sich seit einiger zeit ein neuer trend entgegen, der unter dem begriff «corporate social responsibility» zusammengefasst wird. er umschreibt das konzept, nach dem unternehmen auf freiwilliger basis soziale- und umweltbelange in ihre unternehmenstätigkeit integrieren. erweitert man diese definition noch um den ökonomischen aspekt der gewinngenerierung, erhält man die drei dimensionen der nachhaltigkeit: ökonomie, ökologie und soziales. sie bilden ein gerüst, das sich als extrem tragfähig für die langfristige und solide markenprofilierung von unternehmen erweist. erfolgsgeschichten wie die von ben & jerry’s, american apparel oder the body shop belegen dies seit vielen jahren.

aufgrund der aktuellen zäsur ist zu erwarten, dass der trend der langfristigen unternehmensverantwortung gegenüber dem blossen «geld geben» im rahmen eines sponsoringengagements weiteren zulauf erhalten und sich vermehrt durchsetzen wird. eine solche entwicklung wäre nicht nur für viele sozial und umweltpolitisch engagierte initiativen und organisationen ein gewinn, sondern auch für diejenigen, die sich im sinne eines verantwortungsvollen unternehmertums nachhaltig verpflichten, weil der wert eines unternehmens, so aktuelle studien, zu immer grösseren teilen von nicht-finanzrelevanten faktoren abhängig ist. corporate social responsibility ist also nicht nur selbstloses engagement, sondern eben auch ein wichtiger faktor für die markenprofilierung gegenüber konsumenten und mitarbeitenden.

2008-11-03
konkreter bedarf an virtuellem know-how

jedes vierte unternehmen in der schweiz wird sich innerhalb der nächsten zwölf monate auf die suche nach einer marketingagentur mit grösserer expertise im bereich digitale medien machen, so eine studie. die wechselbereitschaft auf kundenseite ist ungewöhnlich hoch, was nicht unbedingt auf schlechte agenturleistungen, sondern vor allem auf einen aktuellen trend zurückzuführen ist: die wachsende bedeutung der digitalen medien und die zunehmende vielfalt ihrer einsatzmöglichkeiten.

im rahmen einer internationalen studie wurden 500 marketingmanager in der schweiz, in deutschland, in grossbritannien, in den niederlanden und in schweden dazu befragt, was die «agentur der zukunft» ausmacht und welche services ihrer meinung nach am dringlichsten nachgefragt werden. den ergebnissen dieser studie zufolge rangiert der wunsch nach digitalem marketing als integriertes serviceanagebot an vorderster stelle, gefolgt von der nachfrage nach expertise in diesem bereich. in der schweiz wird eine enorme zuwachsrate von über 40 prozent erwartet. diese entwicklung lässt sich vor allem auch mit der gestiegenen nachfrage nach etablierten kommunikationsinstrumenten wie direktmarketing, messeauftritte oder produktpräsentationen erklären – einsatzbereiche, die für viele kunden relevant sind. umso mehr überrascht es, dass ein drittel der befragten unternehmen zweifel hegt, ob die jeweils engagierte agentur diesen anforderungen gewachsen ist.

die zahlen mögen überraschen, verwunderlich sind sie allerdings kaum: hat doch der bereich digitale medien in den letzten jahren einen unheimlichen boom erlebt und entsprechend viele selbsternannte experten hervorgebracht. die umfrage belegt jedoch, dass die kunden in zukunft vermehrt qualität statt quantität suchen. diesen anspruch können viele agenturen mangels eigener erfahrungen nicht erfüllen. mit über 15 jahren projektarbeit im bereich digitale medien zählt advertising, art & ideas zu den wenigen ausnahmen: neben einem breiten leistungsumfang umfasst unser portfolio viele namhafte kunden und vor allem zahlreiche sehenswerte projekte. machen sie sich ein bild. electronic media

2008-11-03
spielerisch werben

denken sie bei moorhuhn an scheues federvieh? und bei fifa 08 an neuigkeiten aus der lausanner fussballzentrale? dann ist es allerhöchste zeit, dass sie einen neuen trend kennenlernen: die werbewirtschaft nimmt die games ins visier.

was mit dem moorhuhnspiel eines whiskey-herstellers vor nunmehr bald zehn jahren rekordverdächtig begann, setzt sich heute fort. allerdings viel leiser, konsequenter und vielschichtiger. da die menschen immer mehr zeit vor ihren pcs und spielkonsolen verbringen, ist es nur logisch, dass auch die werbewirtschaft in einem neuen tätigkeitsfeld mitspielen und punkten möchte: ob durch pures product placement oder virtuelle bandenwerbung, ob mit eigenen promotionsspielen oder in-game-werbung. dabei werden werbeinhalte zum beispiel auf postern, die in einem spiel zu sehen sind, je nach tageszeit oder spiellevel dynamisch verändert. sobald konsolen oder computer online gehen, wird die werbung aktualisiert. dabei profitieren die virtuellen werbungtreibenden gleich doppelt: zum einen lässt sich die werbung hundertprozentig auf eine definierte zielgruppe ausrichten, zum anderen können wirksamkeit und reichweite genau nachgewiesen werden.

die gamer haben übrigens laut einer aktuellen umfrage keine grundsätzlichen einwände gegen den einzug der werbung in ihre welt. 66 prozent empfinden werbung, solange sie in die spielgeschichte passt, als nicht störend. im gegenteil: für viele tragen plakat-, trikot- oder bannerwerbung mit echten marken zur authentizität und damit zum reiz des computerspiels bei.

2008-10-24
schnelle antwort aus dem pixelsalat

strichcode oder «barcode» kennt man vom scannen der warenpreise an der kasse. auch die quadratische version mit gepixelten mustern, die zusätzliche informationen zum produkt enthalten, sind bekannt. der in einigen asiatischen ländern schon weit verbreitete sogenannte qr code hingegen steckt bei uns noch in den entwicklungsschuhen als kommunikationsmedium.

mit der entwicklung zum informationsmedium der digitalen welt erschliesst der qr code neue anwendungen. in der gepixelten darstellung der briefmarkengrossen quadrate sind adressen zu websites und weitere informationen enthalten. im unterschied zum barcode wird der qr code von mobiltelefonenkameras und pdas gelesen. der nutzer muss nicht mehr umständlich lange webadressen und ziffernreihen für telefonnummern in sein handy eintippen, sondern «scannt» diese daten aus dem qr code. mit einer (kostenlosen) software werden die daten und informationen entschüsselt und direkt im web angesteuert und angezeigt. diese direkte antwort (quick response) ist auch namensgeber für den qr code.

im kommunikationsbereich ist der qr code ein interessantes medium für zeitungen und plakate. denn mit dieser technologie können leser spielend einfach und schnell zu weiteren informationen gelangen, etwa zu ausführlichen hintergrunddaten sowie akustischen oder optischen inhalten auf speziellen websites. im musikgeschäft ist der qr code keine zukunftsmusik mehr, sondern gilt bereits als kultig. künstler, die «in» sind, platzieren auf promotions für ihre musik oder cds einen qr code, der die user via mobile phone direkt zu weiteren infos, songs oder videoclips im internet führt. natürlich können auch informationen wie kontaktdaten (telefonnummern, adressen usw.) im qr code verschlüsselt werden. wenn sie beispielsweise mit der kamera des handys einen qr code aufnehmen, weist ihnen das navigationssystem direkt den weg zur autowerkstatt oder zu einem restaurant. schöne aussichten.

der grosse durchbruch des qr codes in europa lässt noch auf sich warten, bis die neuen gerätegenerationen von mobile phones und pdas mit der kamera den wirren pixelsalat der qr codes entschlüsseln können. dann kann sich die fantasie von mehrwertanbietern, gestaltern und kommunikationsexperten voll entfalten.

2008-10-21
geiler als geiz: gratis

auf leisen sohlen schleicht sich ein trend in unseren alltag: der gratis-trend. immer mehr leistungen und produkte werden kostenlos angeboten. angefangen hat es bereits vor jahrzehnten mit kostenlosen rasierapparaten für männer. die nicht kostenlosen rasierklingen hingegen liessen die kasse klingeln. homeoffice-drucker werden (fast) verschenkt, dafür sind die druckerpatronen exorbitant teuer. es ist zur selbstverständlichkeit geworden, dass das internet nicht nur frei, sondern auch weitgehend kostenlos ist. millionen von menschen haben ein elektronisches postfach und bezahlen für das versenden, empfangen und teilweise auch archivieren im web keinen rappen. beim beliebten googeln lassen wir uns die ergebnisse der «wühlarbeit» durch millionen von websites kostenlos präsentieren. und im blätterwald machen die gratiszeitungen die klassischen zeitungen zwar nicht platt, aber im kampf um anzeigen zeigen sich die verwerfungen im blättermarkt. bereits kids lernen, dass mobiltelefone kostenlose statusobjekte sind, wenn nur ein vertrag die bezahlung für ihre sms, mms und gespräche sicherstellt. findige tourismusmanager bieten in der saure-gurken-zeit ferien in 5-sterne-hotels an, inklusive vollpension und ausflugsprogramm – natürlich kostenlos. der reisende bezahlt lediglich den flug und muss dafür an ausflügen teilnehmen, die ihn in lokale handwerksbetriebe, teppichknüpfereien, schmuckfabriken oder zur spezialitätendegustation führen. und damit offenbaren sich die absichten der marketingstrategen bei der entwicklung dieser «trojanischen» produkte und leistungen: die leistung für den kunden und die leistung für das produkt, an dem der anbieter verdient, sind zwei vollkommen verschiedene dinge. die um das produkt oder die dienstleistung angesiedelten mehrwerte bringen das cash oder in anderen worten: der kunde wird als braut für andere anbieter «aufgehübscht». die millionen von nutzern einer leistung sind das kapital der anbieter – und nicht das e-mail-postfach, der tv-film oder die berechnung einer reiseroute von a nach b. clevere anbieter verdienen an der platzierung und am verkauf von werbung, an den kaufofferten rund um die kostenlosen nice-to-have-angebote oder an den daten zum informations- und konsumverhalten ihrer produktnutzer. auch hier verschieben sich die entscheidungen der käufer immer mehr zu den polaritäten von massenmarkt und exklusivmarkt/premiummarke. so wählen zum beispiel viele internetnutzer zwischen der einfachen standardversion einer software als freeware oder einer premiumversion mit zusätzlichen leistungen als bezahlversion.

in der marketingkommunikation wird man sich vermehrt folgende fragen stellen müssen: welche leistung kann gratis angeboten werden, und wie kann der wert der eigenen kunden auf andere art und weise ökonomisch (profitabler) genutzt werden? unter welchen bedingungen macht es sinn, produkte und leistungen so zu differenzieren, dass es kostenlose angebotsformen für den massenmarkt gibt und die exklusivvariante als bezahlleistung oder statusobjekt? und wie lässt sich die gratisversion für einen kunden so vermarkten, dass sie geld bringt? vielleicht sind wir nicht mehr weit davon entfernt, dass zum beispiel einfache autos nichts mehr kosten, während das customizing zum geschäftsmodell wird oder die nutzung von städten für den individualverkehr oder die versorgung des autos mit knappen energieträgern zur selbstverständlichen und lukrativen bezahlleistung gehört.

2008-09-16
mundpropaganda statt stille post

marketing mittels mundpropaganda, das sogenannte «word of mouth marketing», ist ein mittel, das sich wachsender beliebtheit erfreut. es sind längst nicht mehr nur der undergroundclub oder das szenelokal, die diese methode anwenden, sondern immer mehr grosse, globale marken wie procter & gamble, toyota oder coca-cola. sie versuchen mit dieser etwas aussergewöhnlichen form des beziehungsmanagements kunden rund um den erdball so zu begeistern, dass diese ihr unternehmen und ihre produkte weiterempfehlen – gratis und als überdurchschnittlich glaubwürdige markenbotschafter.

per definition erfolgt die verbreitung von informationen oder empfehlungen mittels mundpropaganda durch mündliche weitergabe und gleichzeitig in ungesteuerter, nicht flächendeckender weise – ein alptraum für jeden marketingverantwortlichen. zumindest dann, wenn der verantwortliche die qualität seiner botschaft nicht ausreichend beeinflussen kann und als folge womöglich mitansehen muss, wie ein thema nicht in die gewollte richtung oder in eine sackgasse steuert. die mundpropaganda ist folglich ein anspruchsvolles unterfangen, das neben dem richtigen fingerspitzengefühl und der präzisen kenntnis der möglichen informationsflüsse auch ein perfektes timing voraussetzt.

sind diese umstände gegeben, kann der erfolg jedoch durchschlagend sein. denn genauso wie ein markenimage durch negativbotschaften via mundpropaganda grossen schaden davon tragen kann, können entsprechend verbreitete erfolgsmeldungen zu dessen aufwertung beitragen. gratis und schnell, authentisch und überzeugend. das internet ist das zentrale medium für das word of mouth marketing, da es mit geringem aufwand grosse wirkung erzielen kann: rundmails, blogs, spiele oder filme sind die neuen mittel der digitalen mundpropaganda. ein markt, der übrigens bis zum jahr 2011 um geschätzte 30 prozent jährlich wachsen und uns viele neue möglichkeiten eröffnen wird, die wir gerne für sie auskosten.

2008-09-16
visitenkarte wohnort

sag mir, wo du lebst und ich sag dir, wer du bist. in einer zunehmend virtualisierten welt sollte diese aussage längst überholt sein, doch trendforscher behaupten etwas anderes: orte, gemeint sind in diesem fall real existierende orte, waren noch nie so wichtig wie heute. regionale verschiebungen und bündelungen von bestimmten menschengruppen führen zu einem nachhaltigen wandel des unmittelbaren lebensraums und zu umfassenden veränderungen in einer globalisierten welt.

auch für das individuum hat die entscheidung für einen bestimmten lebensraum weitreichende konsequenzen. städte etwa können unsere identität prägen, indem sie unsere sozialen und beruflichen möglichkeiten beeinflussen. deshalb sind wir daran interessiert, an einem ort zu leben, an dem wir uns kreativ und beruflich optimal verwirklichen und sozial integrieren können. umgekehrt hat eine stadt interesse daran, durch entsprechende massnahmen die «klientel» anzuziehen, die sie sich wünscht.

regionen und städte konkurrieren also längst nicht mehr nur um investoren, sondern auch um das sogenannte «human capital». diese entwicklung kommt im standortmarketing längst zum tragen. wurden früher vor allem harte faktoren wie wirtschaftsförderung, lohnkosten oder grundstückspreise als entscheidungsgrundlage ins feld geführt, sind es heute zunehmend weiche faktoren. die einzigartige kombination von landschaftlicher schönheit und urbanen leistungen wie infrastruktur und freizeitangebot findet ihren verbalen höhepunkt in städteslogans, die kurz und spritzig den meist gar nicht so einzigartigen wohnortvorteilen ausdruck verleihen sollen. das reicht von weniger gelungenen beispielen wie «wer uns findet, findet uns gut» (kaiserslautern) bis hin zu «wir leben zürich», «be berlin» oder «iamsterdam».

der trend des städtemarketings ist sicher noch nicht am ende der kreativen fahnenstange angelangt. immer mehr verantwortliche für städtemarketing wenden sich an marketing- und werbeprofis, die ihnen im nationalen und zunehmend globalen wettbewerb zu einem glaubwürdigen und langfristig wirksamen markenprofil verhelfen sollen. angesichts der heutigen ergebnislage ist dieser trend als erfreulich zu werten.

2008-08-27
begegnungen der anderen art

eine geschichte, wie sie nur in der virtuellen welt möglich ist. ein phänomen, das viele erstaunt und manch einen befremdet. eine begegnung der anderen art. mit einem wort: «facebook». soeben ist die zahl der mitglieder des weltweit erfolgreichsten social networks auf rund 100 millionen weltweit angestiegen – dies entspricht einem zuwachs von 270 prozent innerhalb von zwölf monaten und damit einer wachstumsrate, von der die meisten unternehmer und internetanbieter nicht einmal zu träumen wagen.

für die meisten jugendlichen und für viele junge erwachsene ist ein alltag ohne fixpunkte dieser art gar nicht mehr denkbar. sie nutzen ihre mitgliedschaft, um in einer globalisierten welt kontakt zu freunden zu halten, um neue, gleichdenkende menschen zu «treffen», um sich mit einer wunschidentität auszustatten, die im wahren leben niemals erreicht werden kann. ein grund für die einmalige erfolgsgeschichte der us-basierten plattform liegt auch in der tatsache, dass jeder zehnte user regelmässig vier oder mehr social networks frequentiert. dieser entwicklung ist eine tiefgreifende verhaltensänderung vorausgegangen.

ein internetnutzer hat andere soziale bedürfnisse als ein kaffeehausbesucher. und er hat die möglichkeit, seine identität wie seine hemden zu wechseln. das internet hat diese bedürfnisse und wünsche längst erkannt – und teilweise wohl auch mitbegründet – und mit sozialen plattformen, avataren oder chatrooms die richtigen antworten gefunden. die offline-welt der kommunikation bleibt von dieser entwicklung natürlich auch nicht unberührt und muss rechtzeitig die entsprechenden massnahmen ergreifen, um die sich öffnenden chancen konsequent zu nutzen. interessiert? dann besuchen sie uns – am besten in unserem ganz realen büro in zürich.

2008-08-10
bewährte werte

als paradebeispiele wegweisender innovationen gelten häufig technologische spielereien wie der ipod oder das iphone. doch alle, die sich intensiv mit diesen weltneuheiten auseinandergesetzt haben, werden schnell feststellen: technisch gesehen bieten die geräte meist wenige und manchmal sogar überhaupt keine neuerungen.

woher rühren dann die jüngsten erfolge vieler solcher angebote? wer genau hinschaut, erkennt, dass zahlreiche der in den letzten jahren erfolgreich im markt eingeführten produkte oder marken eine gemeinsamkeit aufweisen: die richtige mischung. ihren entwicklern ist es gelungen, technologische möglichkeiten, design, image und geschäftsmodell perfekt zu kombinieren. so sind produkte entstanden, die nicht nur innovativ, sondern vor allem auch äusserst erfolgreich sind. das technologische know-how alleine reicht schon lange nicht mehr für den durchschlagenden erfolg, selbst wenn eine idee nahezu genial ist. ein entscheidendes kriterium für den absatz und damit für den markterfolg ist zunächst die akzeptanz in der zielgruppe.

wie man diese akzeptanz erreicht, beweisen die sogenannten retromarken auf eindrückliche weise. tatsächlich erleben einst beliebte marken wie elefanten oder creme 21 in vielen märkten ein fulminantes comeback. zwar haben die produkte schon einige jahre auf dem buckel und sie gelten kaum als innovationsträger – doch ihre bekanntheit und das ihnen entgegengebrachte vertrauen sind entscheidende faktoren, die auch nach jahren der marktabstinenz mit wenig aufwand effektiv wieder belebt werden können. dieser erfolg macht deutlich: es kostet erheblich mehr, eine neue marke aufzubauen, als einer bestehenden neues leben einzuhauchen.

2008-08-08
die mitte geht pleite

sie galten als konsumtempel und inbegriff der kauflust: die kauf- und warenhäuser. bei kaufhof, hertie, karstadt oder manor suchte und fand jedermann alles unter einem dach. doch mittlerweile sind aus den gefeierten marken der wirtschaftswunderzeit sorgenkinder geworden. ihnen laufen die käufer davon. sie repräsentieren eine mitte, die es bald nicht mehr gibt und die ihren käufern keine orientierung und keine relevanten werte mehr bietet.

die kauf- und warenhäuser erleben – bis auf wenige ausnahmen – gerade das dinosaurierschicksal. das fanal dieser entwicklung ist der konkurs etablierter kaufhausmarken wie hertie oder sinn-leffers in deutschland. und auch das ehemalige flaggschiff der warenhäuser, der kaufhof, steht laut medieninformationen zum verkauf.

ihren platz in der käufergunst nehmen auf der einen seite aktuelle, starke brands ein und auf der anderen seite geschäftsmodelle mit geiz-ist-geil-mentalität. in der modernen konsumwelt scheint nur platz zu sein für teure edelmarken, topmodische brands mit selektierter zielgruppenansprache und moderne konsumerlebnisse. oder aber für geschäfte und produkte für den schnellen konsum, die beute der smart-shopper und schnäppchen-jäger.

der kauf oder besitz teurer markenprodukte lässt das ego glänzen. die bewusste fokussierung auf wenige modelle, die inszenierung von produkten als designobjekte und das ambiente der shops bieten den kunden so viel erlebnis und aufwertung, dass sie gerne den mehrwert bezahlen.

man lässt es sich etwas kosten, dazuzugehören und den eigenen konsumstatus zu demonstrieren: mit modernen marken, aktuellen brands und prestigeobjekten, mit offensiv nach aussen getragenem branding auf polo, tasche, schuh oder ipod. früher hiess es: «kleider machen leute». heute heisst es zunehmend: «moderne brands setzen people in szene».

beim wachsenden stamm der «aldianer» hingegen zählt nur, was billig ist. hier ist die konsumheimat all derjenigen, die ihren tribut an gesunkene nettoeinkommen sowie steigende energie-, gesundheits- und lebenshaltungskosten zahlen und mit der anschaffung des neuen autos noch einige jahre warten.

dieser «verlust der mitte» wird auch in anderen branchen beobachtet. so berichten immobilienexperten, dass besonders teure, exklusive objekte – zu kauf oder miete – weggehen «wie geschnitten brot». auch im billigsegment bestehen keine leerstände. in den mittleren preislagen hingegen haben es anbieter und verkäufer schwer, ihre objekte abzusetzen. tourismusexperten berichten ebenfalls von diesem phänomen: luxuriöse, exquisite reisen und reisen im super-billig-last-minute-angebot lassen sich gut verkaufen. die angebote im mittleren preissegment bleiben jedoch liegen.

der otto normalverbraucher aus der mitte pendelt in seinem lifestyle und konsumverhalten zwischen den konsumpolen. für den täglichen bedarf bedient er sich meist im billigsegment, und zum schluss- oder ausverkauf stürzt er sich auf anerkannte marken und qualitätsprodukte im sonderangebot oder versucht sein konsumglück bei ebay.

für marketing- und kommunikationsexperten sind die konsequenzen klar. sie empfehlen ihren kunden, sich für die profilierung von marken und brands mit zeitgemässen werten und images zu entscheiden, bei denen sie auch höhere preise durchsetzen oder das preiswerte segment mit schnelldrehenden produkten ohne aufwändiges branding abdecken können.

diese entwicklung vollzieht sich nicht nur auf der ebene der konsumgüter, sondern auch im b2b-bereich. sei es die ausstattung für die büros mit möbeln und bürokommunikation oder das tool für techniker und handwerksprofis. exklusivität, qualität und convenience sind die schlagenden verkaufsargumente. die strategie, die breite mitte mit austauschbaren produkten zu preisen, die an der nächsten ecke unterboten werden, ist endgültig tot.

2008-07-18
was ist echt?

den konsumenten steht der sinn nach authentizität. diese aussage mag überraschen in einer zeit, in der sogenannte reality- oder dokusoaps unentwegt künstliche welten und zweifelhafte schicksale zur schau und an den pranger stellen.

doch der konsument im warenhaus oder im supermarkt sieht das offenbar anders. so lautet das ergebnis, zu dem unlängst das renommierte gottlieb duttweiler institute (gdi) im rahmen einer internationalen marketingkonferenz gekommen ist. und tatsächlich, der trend ist unübersehbar: immer mehr menschen suchen das «echte». in einem produkt, in den von ihnen in anspruch genommenen services oder beim einkaufserlebnis. so spielt beispielsweise das englische nobelkaufhaus harrods zwischen seinen warenregalen direktbilder aus hühnerställen ein, in denen sich emsige legehennen für die belieferung des traditionshauses ins zeug legen. claims, die auf die echtheit eines bieres oder regional gegorenen käses verweisen, sind geradezu inflationär. und auch auf andere lebensbereichen wirkt sich diese entwicklung aus: so steigt die zahl der live-konzerte, sommerfestivals oder open-air-shows jedes jahr aufs neue – eine folge des wachsenden wunsches nach echten, emotionalen hörerlebnissen.

mit der «fetischisierung des authentischen» (gdi) ist häufig das verlangen nach dem raren verknüpft. die gleichung ist ganz einfach: was echt ist, ist häufig auch rar und was rar ist, ist deshalb besser. das findet zumindest der kunde. doch genau da liegt sein trugschluss. denn nicht nur seltene und deshalb vielleicht kostbare originale bringen erfolg, sondern vor allem eine kommunikation, die es versteht, glaubwürdig und authentisch inhalte zu vermitteln.

2008-07-21
mein arbeitsplatz ist, wo ich bin – office ade

wenn heute auf die beförderungsbitte «boss, please give me a window office» ein «forget it» als antwort kommt, muss das nicht das ende der karriereträume bedeuten. denn so wie jonathan schwartz, chef des führenden us-technologiekonzerns sun microsystems, verzichten moderne manager immer öfter bewusst auf einen eigenen schreibtisch und auf ein persönliches büro. sie setzen konsequent auf einen mobilen führungsstil. ihr statusgewinn liegt in der freien wahl von arbeitszeit, arbeitsort und arbeitsmitteln.

moderne kommunikations- und organisationstools wie laptop und blackberry machen die komplette infrastruktur eines büros für besprechungen, präsentationen oder arbeitsunterlagen überall und jederzeit verfügbar. bei zunehnemder globalisierung der geschäfte ist nicht die physische präsenz entscheidend, sondern die kommunikative präsenz, verbunden mit dem zugriff auf alle relevanten informationen.

der arbeitsplatz ist dort, wo sich der manager oder die managerin gerade aufhält: zu hause, im zug, im bistro, in der ruhigen und entspannten atmosphäre eines parks oder an einem «hot desk» im unternehmen. das internet-bildtelefon ermöglicht die verständigung und quasi persönliche kommunikation über länder- und zeitgrenzen hinweg.

während die arbeitszeit zu einer nahezu virtuellen grösse wird, bekommen ergebnisorientierung und effizienz ein immer grösseres gewicht. dabei verschwimmen die grenzen zwischen arbeitswelt und privatleben zusehends. das begehrte büro mit fenster und die entsprechende möblierung verlieren ihre bedeutung als statussymbole der manager. die rund 17 000 mitarbeitenden bei sun microsystems, die an einem open-work-programm teilnahmen, fanden den mobilen arbeitsstil zunächst ungewohnt. aber sie erkannten schnell, dass die bereitschaft zu flexibilität die effizienz verbessert und ihnen freiräume und letztendlich mehr frei verfügbare zeit verschafft – der wahre luxus der zukunft. für die kommunikation mit der zielgruppe «manager» ergeben sich neue herausforderungen und chancen bei der entwicklung von speziellen tools, dienstleistungen und nutzen für diese modernen nomaden.

2008-07-08
weniger ist mehr

begriffe wie entbehrung, entzug, verlust oder mangel finden in der regel keinen eingang in die konsumfreudige welt des marketings. umso mehr überrascht ein trend, der seit einiger zeit grosse wellen über den atlantik schlägt. in den usa lancierte die fast-food-kette burger king vor einiger zeit einen werbespot, in dem die leute an der restauranttheke mit den worten «sorry, no more whopper!» abgewiesen wurden. die überraschung der kunden war gross, die wirkung innerhalb der zielgruppe riesig und der erfolg der massnahme geradezu überwältigend.

jahrzehnte- oder gar jahrhundertelang dachten werbestrategen rund um den erdball, dass die zuverlässige bedürfnisbefriedigung der kunden im besten interesse des verkaufs steht. der käufer will, der verkäufer hat. doch burger king, genauso wie dunkin donuts, die vorübergehend starbucks-kaffee ausschenkten, lehren die marketingwelt jetzt eines besseren – deprivation marketing sei dank.

das sogenannte deprivation marketing, zu deutsch entzugstaktik, ist übrigens nicht ganz risikofrei. oder würden sie freiwillig an ihren stammkunden testen, was passiert, wenn deren lieblingsprodukt nicht mehr verfügbar ist? eigentlich ist dies eine beliebte marktforschungstechnik, die aufzeigt, ob eine testperson in anbetracht der misslichen lage auf ein alternatives angebot umsteigt oder den konsum mangels kompromissbereitschaft komplett verweigert. doch ausserhalb dieser künstlich herbeigeführten testsituation tritt augenscheinlich eine dritte, vielleicht überraschende handlungsoption in den vordergrund.

tatsächlich sind die markenrelevanz von burger king und die produktpräferenz für einen whopper durch die entzugstaktik steil nach oben gestiegen. dadurch, dass den kunden am eigenen leib die endlichkeit und somit der vermeintlich wahre wert des produkts vorgeführt wurde, griffen sie danach noch häufiger und regelmässiger zu. burger king berichtet von zweistelligen umsatzgewinnen, und auch das iphone geht weg wie warme semmeln.

weniger ist also mehr? sicherlich ist dies keine neue goldene regel, über die sich alle budgetverantwortlichen der marketingabteilungen freuen können. doch eins ist sicher: wenige, ausgewählte und dafür erstklassig umgesetzte kommunikationsmassnahmen wirken letztendlich nachhaltiger und positiver als das rundumpaket, das ziel- und planlos über einer zielgruppe ausgeschüttet wird.

2008-06-20
«mymix»

ein müsli aus zutaten in den farben meines lieblingsvereins? eine tüte ausschliesslich roter gummibärchen? wahrscheinlich sind die meisten von uns seit langem schüchterne besitzer eines t-shirts,
auf dem freunde ein unvorteilhaftes porträt von uns oder eine zweifelhaft komische botschaft für uns verewigt haben. mit der idee, von den kunden selbstdesignte t-shirts zu vertreiben, war die textilbranche vorreiter eines neuen trends: die grösstmögliche individualisierung eines angebots verspricht den konsumenten höchsten persönlichen genuss. ein boom, der, wie so häufig, vor allem im internet stattfindet.

eigentlich möchte doch jeder gerne individuell sein und seine persönlichen vorlieben voll ausleben. der preis spielt dabei oft keine rolle. vor allem dann nicht, wenn der aufwand – internet sei dank – so gering ist, dass wir durch ein paar simple mausklicks die auf die rosine genaue zusammensetzung unseres frühstücksmüslis selbst bestimmen können. das internet macht die erfüllung noch so komplexer kundenbedürfnisse möglich. mymuesli.com, candymix.de oder cocktailbude.de sind nur einige der innovativen dienstleister, die uns fast jeden wunsch von der auftragsmaske ablesen. weitere anbieter für immer neue produkte stehen bereits in den startlöchern. sie alle haben eines gemeinsam: sie bieten leistungen, bei denen ein herkömmlicher, real existierender laden längst an seine physischen grenzen gestossen wäre. denn einzig in der weiten welt des web ist platz für jeden noch so ausgefallenen wunsch – und damit auch für jeden kunden.

2008-05-25
die guerillas schiessen sich ein

während sich die 16 für die europameisterschaft qualifizierten teams konzentriert vorbereiten, ruhen auch die werbeverantwortlichen vieler grosser und kleiner unternehmen nicht. denn nicht nur die spiele versprechen viel spannung und wettkampf, auch der kampf um die aufmerksamkeit der zuschauer verspricht so einiges.

doch wie bei jeder grossveranstaltung zählen auch hier nur einige wenige auserwählte zum exklusiven kreis der offiziellen sponsoren. sie können den bevorstehenden mega-event als publicity-trächtige plattform für sich und ihre produkte, marken oder services nutzen. alle anderen bleiben nicht nur aussen vor, sondern auch der möglichkeit beraubt, sich – auf legale weise – in irgendeiner form in szene zu setzen. in anbetracht dieser restriktiven politik überrascht es nicht, dass mit dem boom der riesenveranstaltungen ein trend des sogenannten «ambush marketing» oder «guerilla marketing» einhergeht.

in dieser relativ jungen marketingdisziplin suchen findige werbeverantwortliche immer wieder neue wege, um sich oder ihre kunden zu promoten – natürlich ohne gebühren an den veranstalter zu bezahlen. die beispiele reichen von extra produzierten werbefilmen, die auf youtube laufen, über den einsatz von prominenten spielerdoubels bis hin zur konsequent durchgeplanten marketingoffensive mit alternativen produkten oder fanartikeln. experten schätzen, dass bei der in deutschland ausgerichteten fussball-wm 2006 rund 400 solcher profiteure lediglich 20 offiziellen sponsoren gegenüberstanden. ein ausmass, das die offiziellen zwar mit grossem aufwand zu verteidigen versuchen, das aber dank kreativer ideen nicht mehr einzudämmen scheint.

2008-05-05
willkommen in der fünften dimension

längst ist uns klar, dass es nicht mehr genügt, an die tür der konsumenten zu klopfen, um ein produkt zu verkaufen. stattdessen entwickeln heute raffinierte werbestrategen ausgebuffte konzepte dazu, wie sich ein artikel auf dem markt lancieren lässt oder absätze zu neuen spitzen getrieben werden können. doch da selbst die werbestrategen sich dabei immer schwerer tun, greifen mehr und mehr von ihnen zu einer neuen wunderwaffe: das «neuromarketing» verbindet die erkenntnisse von psychologen, soziologen und neurologen zu fundierten werbestrategien. durch die immer bessere kenntnis von immer mehr windungen des menschlichen gehirns erkennen wissenschaftler – und damit auch produktvermarkter – ziemlich genau, wann, wie, warum, welche emotionen bei den probanden – und damit auch bei den potenziellen kunden – ausgelöst werden. so lassen sich das kaufverhalten oder zumindest die wahrnehmung gegenüber einer marke oder einem produkt nachhaltig beeinflussen, und der ahnungslose konsument kann ganz nebenbei zum kauf verführt werden.

die im rahmen des neuromarketings entwickelten strategien erschliessen dabei eine ganz neue, fünfte dimension: längst genügt es nicht mehr, eine botschaft durch inhaltliche, visuelle und womöglich taktile reize zu verankern. die neue geheimrezeptur sieht vielmehr den angriff auf alle unsere sinne vor, wie der konsumforscher werner warmbier in seinem eben erschienen buch «der programmierte kunde» beschreibt. zur rundumattacke zählt das hören, sehen und fühlen ebenso wie das riechen und schmecken. ein anspruchsvolles unterfangen, das für werbetreibende und marketingverantwortliche neue möglichkeiten und chancen bieten könnte.

2008-05-02
masse vs. klasse

seit über 50 jahren stürmen ganze kreativteams oder andere teile der belegschaft ihre hirne, um die ultimative lösung für ein problem oder eine unschlagbare idee für ein neues produkt zu finden. brainstorming, die von alex osborn im jahr 1953 erfundene methode zur ideenfindung, hat sich verbreitet wie ein aggressives virus – ohne jegliche aussicht auf heilung.

seit langem belegen fundierte studien von wissenschaftlern, dass gute ideen eher ausbleiben, wenn eine gruppe nach ihnen sucht. und je umfangreicher die gruppe ist, desto schlechter ist das ergebnis. die gründe dafür liegen auf der hand: in einer gruppe kann immer nur einer reden, die ideen der anderen gehen verloren. manche personen schweigen aus angst, sich zu blamieren. und manche denken, ihr beitrag sei sowieso überflüssig, da schon genügend von den vielleicht erfahreneren kollegen zu einem thema gesagt wurde.

trotzdem halten viele unternehmen rund um den globus eisern an der methode fest und bitten in manchmal absurd anmutender häufigkeit zur «hirnstürmung». vielleicht mangels besserer ideen?

2008-04-29
videospiele werden erwachsen

der gegenwärtige erfolg von spielkonsolen ist beeindruckend: mit rund 40 milliarden usd umsatz im letzten jahr boomt der globale markt für videogames. damit übertrifft er bereits das ergebnis der gesamten hollywood-filmindustrie und wird wohl bald auch die internationale musikszene hinter sich lassen.

viel überraschender als die enormen wachstumszahlen der noch jungen branche, die scheinbar jede ideologische krise und auseinandersetzung nach wiederholten jugendlichen gewaltexzessen unbeschadet übersteht, ist die tatsache, dass auch immer mehr erwachsene dem «zocken» verfallen. immer häufiger verdrängt die spielkonsole das tv-gerät aus dem unterhaltungsprogramm und werden fernbedienungen durch game-pads ausgetauscht. heute verbringen männer zwischen 18 und 34 jahren ihre freizeit lieber mit gamen als mit glotzen: laut einer studie der yankee group liegt die zeit, die diese gruppe mit videospielen verbringt, mit 12,5 stunden pro woche deutlich über der fernsehzeit (knapp zehn stunden pro woche). in den usa, der weltweit führenden tv-nation, ist die durchschnittliche fernsehschauzeit im jahr 2004 entsprechend von 18 stunden auf 16 stunden wöchentlich geschrumpft. die zahl der videogamer stieg im selben zeitraum um zehn prozent. das erklärt auch die verdrossenheit der tv-sender, die sich immer häufiger und lauter über schwindende marktanteile beklagen.

die zukunft der fernsehmacher sieht nicht rosiger aus. experten rechnen weiterhin mit grossen wachstumsraten der computerspielbranche – zum nachteil der fernseh-, radio-, kino- und musikindustrie. im gegensatz zu den ersten atari-spielautomaten bieten die heutigen hightech-konsolen dafür die besten voraussetzungen: das angebot reicht vom tennismatch über das regieren einer stadt bis hin zu futuristischen weltrettungsfantasien und vom ballerspiel bis zu endlosen virtuellen abenteuerwelten, die man mit seinem eigenen avatar durchstreift. die grenzenlosen technischen und inhaltlichen möglichkeiten ebnen den weg für den weiteren erfolgsmarsch des mediums, das seit seiner geburtsstunde 1972 – der begründung des atari-imperiums durch den spielautomaten pong – mit seinen ersten nutzern erwachsen geworden ist.

2008-04-16
ich bin ein star – lesen sie mich!

zeig mir deine schrift und ich sag dir, wer du bist. neuerdings erstellen selbsternannte experten nicht nur mehr anhand der kaffeetassengrösse psychologische expertisen – die wahl der typografie gilt ebenfalls als überaus aussagekräftig für die beurteilung von charakter und wesen des menschen. dabei zählen nicht schriftgrösse, schriftfarbe oder gar inhalte zu den massgeblichen analysekriterien. vielmehr ist der schrifttyp, in der fachsprache bekannt als «font», der schlüssel zur persönlichkeit. falls sie noch keinen eigenen font haben, sollten sie sich schleunigst überlegen, ob sie vielleicht der klassisch-moderne typ sind und wie der amerikanische präsidentschaftskandidat barack obama eine gotham wählen. oder verkörpern sie doch eher den herzlich-zugeneigten typ? hillary clinton ist ein solcher, wie ihr serifenlastiger schriftzug zeigt.

kein star ohne eigenen schriftsatz, kein sternchen ohne individuellen schriftzug. egal ob model, schauspieler, politikerin oder musiker. form, schliff, schnörkel und biegungen der unterschiedlichen schriften deuten an, worauf wir uns als erklärte fans oder potenzielle käufer einlassen. oder hätten sie etwa ein extravagantes parfum von einer frutiger gekauft? oder ein hardrock-album in verdana?

auch wenn zu bezweifeln ist, dass die typografie eine aussagekräftige basis für eine tiefenpsychologische charakterstudie bietet, sollte sie doch mit bedacht gewählt werden. idealerweise ist sie sowohl emotional als auch formal absolut konsistent mit der marke, die sie beschreibt – und damit bis zu einem gewissen grad auch mit dem charakter des produkts oder mit der person, die sich als solches vermarkten möchte.

die individuellen eigenschaften und persönlichkeitsmerkmale der font-protagonisten werden heute zwar nicht mehr in blei gegossen, aber immerhin schwarz auf weiss auf papier verewigt. so tragen sie massgeblich zur formung und ausgestaltung eines markenkerns bei – und damit langfristig und nachhaltig zu dessen «bewertung». da sich qualität, glaubwürdigkeit und ästhetik letztlich massgeblich auf den tatsächlichen wert der marke auswirken, überrascht der neue trend kaum. ein trend, der übrigens sogar den schriftgestaltern zu vielgestaltige ausmasse annimmt und definitiv zu bunt wird.

2008-04-01
reden ist gold

aggressiv, laut und ausdauernd. während ein grossteil der werbetreibenden bei der beschallung von kundenzielgruppen jahrelang diesem verhaltensmuster gefolgt ist, setzt sich heute ein spürbar anderer trend durch: beim sogenannten «conversational marketing» fördern kreative und strategen den intensiven austausch und dialog zwischen kunden und produkt. ganz nach der devise: schweigen ist silber, reden ist werbung.

grundlage der neuen marketingtheorie ist die annahme, dass ein gutes und glaubwürdiges produkt bereits ausreichend verkaufsargumente liefert. diese werden nicht länger in die welt hinausgeschrien, sondern ganz subtil ins sicht- und vor allem ins gesprächsfeld der konsumenten gerückt. indem sich statt des bisher für werbung typischen monologs ein zwiegespräch entspinnt, entwickelt sich ein produkt oder eine marke zum wichtigen gesprächsthema. der dialog zwischen produkt/marke und kunde findet dabei auf augenhöhe statt und verdeutlicht, wie ernst die markenstrategen von heute die konsumenten nehmen. ihre meinung und ihr input sind gefragt. durch die einbindung neuer kommunikationskanäle wie blogs, foren oder portale oder durch die möglichkeit, ein feedback auf der seite eines anbieters abgeben zu können, bleibt das produkt für längere zeit im gespräch – und zwar ohne das publikum mit aufwändigen und häufig kostenintensiven werbekampagnen zu beschallen.

was steckt hinter diesem scheinbar neuen erfolgsrezept? die voraussetzung für erfolgreiches conversational marketing ist ein authentisches, glaubwürdiges produkt, das durch gezielte impulse durch die werbungtreibenden in den mittelpunkt des interesses transportiert wird. das sind anforderungen, die neue aufgaben und entsprechend neue vorgehensweisen erfordern. conversational marketing ist deshalb ein spannendes wirkungsfeld für agenturen, die sich nicht in ein klassisches muster zwängen lassen.

2008-03-18
marketing-mitbestimmungsrecht

erheben sie ihre stimme! bestimmen sie, wer dazu gehört! werden sie teil des ersten demokratisch erschaffenen monopolyspiels der welt.

das klingt nach einer ungewöhnlichen und cleveren marketingidee, denn wer von uns würde nicht gerne mitreden, wenn es darum geht, das tv-programm der kommenden woche festzulegen oder den neuen bionade-geschmack zu bestimmen. stattdessen schreibt uns das gros der werbetreibenden beharrlich vor, was wir wollen: das schnittigste auto, die glänzendsten locken, den nervigsten klingelton. keiner – ausser den subtil agierenden umfragegurus – fragt uns jemals nach unseren wünschen oder interessiert sich für unsere ideen.

da liegt das konzept der hersteller des erfolgreichsten strategiespiels der welt nahe: die spieler, allen voran die potenziellen spieler, entscheiden in einer demokratischen urabstimmung, welche städte fortan das brett zieren werden – und wo die unglücklichen besucher in zukunft ihre viel zu knappen monopoly-dollar für überteuerte übernachtungen und mietpreise loswerden. eine scheinbar kundenfreundliche massnahme, die sich letztlich aber vor allem als erfolgreicher pr-coup erweist. regionalradios und -zeitungen auf der ganzen welt haben die aktion zum anlass genommen, um für ihre heimatstädte zu werben und als inoffizielle botschafter aufzutreten. aus dem enormen medienecho ist eine riesige welle der identifikation entstanden, mit der nicht einmal die marketingprofis von hasbro gerechnet haben können.

dabei ist das erfolgsrezept ganz einfach: ein unternehmen beachtet die meinung seiner kunden – und zwar nicht nach dem konsum, sondern bereits in der entwicklungsphase. durch diese erstmalige öffnung der entwicklungsprozesse wird auch die trennung zwischen entwicklern und konsumenten aufgehoben. dieses phänomen, das manche «open innovation» nennen, beendet auch die zeiten, in denen ingenieure, entwickler oder kreative abgeschottet in ihren büros vor sich hin getüftelt und am ende eine idee oder ein fertiges produkt präsentiert haben.

es ist ein scheinbar demokratischer, längst überfälliger vorgang, den viele konsumenten begrüssen und entsprechend honorieren. es stellt sich nur die frage, ob die meinung der massen letztendlich auch die produkt- und marketingmanager, die kundinnen und kunden dieser welt zufriedenstellt. denn, ganz ehrlich: wer ist wirklich damit einverstanden, dass uri sich in der schweizer version des monopolyspiels auf dem teuersten fleckchen eingenistet hat – vor zürich, bern oder basel? ist das die vielbeschworene demokratie? oder doch eher die manipulation der massen?

2007-11-01
imitation oder innovation?

innovativ sein, den markt steuern, trends setzen: diese leitsätze gehören seit jeher zum standardinhalt von unternehmensphilosophien, die den mitarbeitenden immer wieder gerne gepredigt werden. der erste am markt zu sein gilt gemeinhin als inbegriff von erfolg. doch ist das wirklich so? neusten studien zufolge darf gezweifelt werden.

innovationen auf dem markt zu etablieren ist zum einen enorm teuer und birgt grosse risiken. zum andern vergisst der konsument nachdem ein erfolgreiches produkt von der konkurrenz kopiert wurde schnell einmal, wer nun wirklich der erste auf dem markt war. oder wissen sie noch, ob nun migros oder coop zuerst die gratiskreditkarte lancierte oder ob coca-cola wirklich vor pepsi war? wenn heute ein produkt auf den markt kommt und erfolg hat, dauert es oft nur monate, bis die ersten kopien dem original den rang ablaufen. im detailhandel aber auch in der modebranche und der unterhaltungselektronik gibt es unternehmen, die sich geradezu darauf spezialisiert haben, produkte nachzuahmen. in der pharmabranche geht dieser trend gar so weit, dass firmen wie novartis ihre eigenen produkte kopieren, um zu verhindern, dass andere dies tun.

fakt ist, dass innovationen allein den unternehmenserfolg nicht sichern können. es sind andere faktoren wie marktanpassung, preisstrategien und flexibilität, die viel mehr dazu beitragen, über lange zeit konkurrenzfähig zu bleiben. in zeiten reiner umsatz- und gewinnorientierung können sich die meisten das risiko nicht mehr leisten, mit einem neuen produkt zu scheitern und gehen deshalb den sicheren weg des geschickten imitierens. innovation wird zum luxus, der zu teuer ist, als dass er sich in zahlen rechnen liesse.

2007-09-03
zielgruppe alterswohnheim

neu ist dieser trend schon lange nicht mehr. man spricht von gesellschaftlicher entwicklung oder gar evolution. gemeint ist das schreckensszenario «überalterung» oder «vergreisung» der gesellschaft. die begriffe implizieren, dass es sich dabei um etwas schlechtes handeln muss. man hört meist auch nur von den negativen auswirkungen dieses anhaltenden trends, etwa von der belastung der ahv, der krankenkassen und der sozialversicherungen. bereits 22 prozent der schweizer bevölkerung sind heute über 60 jahre alt. in italien sind es sogar schon 26 prozent. die jungen leute zeugen keine kinder mehr, sind nicht mehr bereit, ihre karriere und freizeit für den nachwuchs zu opfern. weniger geburten heisst aber in zukunft weniger bruttosozialprodukt, das heisst weniger konsum und weniger wirtschaftswachstum. die grosse krise ist somit vorprogrammiert.

doch wer so spricht, macht einen entscheidenden denkfehler. denn erstens sind alte leute nicht für alle wirtschaftlichen und staatlichen bereiche eine belastung, sondern sie stellen für verschiedene branchen eine potente zielgruppe dar, da sie oft über eine hohe kaufkraft verfügen. zweitens kosten mehr kinder für den arbeitenden teil der bevölkerung auch mehr geld, und diese kinder werden auch einmal alt und wollen ahv beziehen. drittens kann die gesellschaft nicht ins unendliche wachsen, das heisst staat und wirtschaft müssen sich irgendwann damit abfinden, dass der zenit erreicht ist und somit ihre strukturen an diese entwicklung anpassen.

tatsache ist, dass sich das verhältnis zwischen nicht-erwerbsfähigen und erwerbsfähigen in der schweiz heute auf einem historischen tief befindet. das heisst auf 100 erwerbsfähige kommen gerade einmal 61 nicht-erwerbsfähige. im jahr 1900 lag dieser wert noch bei 100/85 und 1975 bei 100/72. obwohl dieses verhältnis in den nächsten jahren wieder steigen wird, sind werte wie um 1900 nicht mehr zu erwarten. der stete anstieg des seniorenanteils in der bevölkerung ist somit kein schreckensszenario, sondern eine natürliche entwicklung, die neben den vordergründigen nachteilen auch viele chancen birgt.

2007-08-13
«corporate social responsibility» oder die bono-strategie

charity, umweltbewusstsein und soziales engagement sind nicht mehr nur schlagwörter von ngos und politisch aktiven popstars. marketing- und pr-abteilungen von grossunternehmen sämtlicher branchen haben das «moral marketing» für sich entdeckt und werten damit nicht nur ihr image und ihre reputation auf, sondern steigern mit gezielten aktionen auch bewusst die umsatzzahlen.

das phänomen trägt den namen «corporate social responsibility» und scheint immer dann aufzutauchen, wenn die wirtschaft in den mächtigen westlichen ländern oberwasser spürt. wenn managerlöhne sich mit bruttoinlandprodukten von drittweltländern messen können oder zweistellige wachstumsraten mit massiven entlassungswellen einhergehen, kommen unternehmen gegenüber der gesellschaft in argen erklärungsnotstand. wenn dann auch noch themen wie klimawandel, armut in afrika und erdölkrise im aufwind sind, werden sie definitiv zum handeln gezwungen.

ob die corporate-social-responsibility-welle tatsächlich von kampflustigen globalisierungsgegnern ausgelöst wurde, lässt sich weder dementieren noch beweisen. tatsache ist, dass ehemalige «aufständische» von der strasse in beratungsabteilungen grosser firmen gewechselt haben und ihre arbeit heute in krawatte oder etuikleid verrichten.

die ergebnisse dieser entwicklung gehen mittlerweile weit über medienwirksame spendenaktionen hinaus. entstanden sind neue geschäftsbereiche wie das cause-related marketing, das social marketing oder das corporate volunteering, welche innovative aktionen umfassen, die auf einer win-win-situation basieren und dadurch auch eine gewisse nachhaltigkeit garantieren.

2007-07-09
der reptilienschalter oder neurologische trendforschung

obwohl sich der begriff «trendforschung» nach einer modernen wissenschaftsdisziplin anhört, versteckt sich dahinter ein menschlicher grundtrieb, der nicht nur die wirtschaft, sondern die gesamte menschheit seit jeher zu verschiedenartigsten forschungen anregt und von der esoterik bis zur neurologie reicht.

beschränkt man den blick auf die mehr oder weniger wissenschaftlichen formen der modernen trendforschung, stellt man fest, dass sich in den letzten jahren nicht mehr nur ausgediente marketing- und werbefachleute dem thema angenommen haben, sondern immer mehr junge psychologen, neurologen und kommunikationsfachleute den tenor bestimmen. dass dabei seltsam klingende begriffe wie «reptilienschalter» und «kulturell geprägte handlungscodes» auftauchen, verwundert deshalb nicht sonderlich.

es ist nicht neu, dass marketing- und werbespezialisten auch psychologen in den sold stellen. aber die zeiten der versteckten hypnotischen botschaften in tv-spots sind definitiv vorbei. heute bedient man sich neuesten erkenntnissen der hirnforschung und der psychoanalyse, um emotionale «codes» zu definieren, die unser handeln bestimmen oder kulturelle unterschiede aufweisen sollen. so versucht man etwa herauszufinden, warum japaner nicht auf kaffeewerbung ansprechen und amerikaner zwar vom sex besessen sind aber alles, was damit zu tun hat, nur schwer akzeptieren können.

trendforschung, die auf solchen codebüchern basiert, bedient sich also vergangener misserfolge von werbekampagnen, um diese in zukunft zu vermeiden. oder anders gesagt: sie versucht, die vergangenheit vorauszusagen.

2007-07-09
advertising goes arts

werbung ist verführung. werbung (ver-)führt unsere wahrnehmung in eine welt der marken, produkte und träume. gute markenkommunikation macht die virtuelle konsumwelt für die kunden erlebbar und scheut hierzu keinen aufwand. sie versucht deshalb auch immer wieder neue wege zu gehen und spannt auch gerne einmal andere für sich ein.

der aktuelle trend der markenkommunikation heisst «ards». ards ist die verführerische verbindung zwischen werbung («ads») und kunst («arts»). das gemeinsame potenzial der sonst unvereinbar scheinenden disziplinen liegt in der verführung selbst. ads und arts suchen und brauchen die aufmerksamkeit eines publikums. und sie versuchen beide, die wahrnehmung dieses publikums zu beeinflussen – jedoch mit dem unterschied, dass die kunst dies sozusagen auf unschuldige weise tut, während die werbung ein kommerzielles ziel verfolgt. doch seit sich auch die kunst immer stärker am kunden, das heisst käufer, orientiert, schämt sie sich neuerdings auch nicht mehr, im dienst der marken zu stehen.

was die vermählung der kunst mit dem kommerz bedeuten kann, haben bereits einige beispiele eindrücklich gezeigt. im «hotel fox» von volkswagen wüteten junge künstler und köche der street-art-szene und kreierten in kopenhagen einen treffpunkt für jugendliche grossstäder. dass dabei für die aufstrebenden talente auch skrupel entstanden, ist nur natürlich. doch die beidseitig nutzbaren synergien und der freiraum, der ihnen in dem riesigen gebäude gewährt wurde, liess die bedenken des kunstnachwuchses schnell vergessen. entstanden sind einzigartige räume, bars und restaurants, welche die breite vielfalt der urbanen kultur widerspiegeln und für die künstler ein trittbrett zur sonst schwer zugänglichen welt potenter investoren oder käufer darstellen.

für die werber bringt diese plattform nicht nur die gewünschte aufmerksamkeit bei einer kauffreudigen zielgruppe, sondern vor allem auch glaubwürdigkeit. solche projekte ermöglichen es firmen, den graben des misstrauens, der sich zwischen käufer und verkäufer in zukunft immer mehr öffnen wird, zu überwinden und mit dem kunden zusammen eine gemeinsame ebene zu schaffen.

der verbraucher soll heute wissen, dass wir wissen, dass er weiss, dass wir ihm etwas verkaufen wollen (alex bogusky, kreativchef der us-werbeagentur crispin porter + bogusky). der verkäufer muss mit dem kunden kommunizieren, aber nicht per einweg-kommunikation, sondern durch einen kommunikativen austausch. denn es geht darum, die kluft zwischen dem, der wirbt und dem, der beworben wird, zu überwinden. kunden möchten nicht mehr manipuliert werden und meiden deshalb immer öfter herkömmliche werbebotschaften. «ards» zeigen auf, wie man diese hürde überwinden kann und eröffnen der kommunikationsbranche völlig neue welten und möglichkeiten.

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